Spätlese Nr. 8

 


Grußwort von Hans-Jürgen Jesse

„Agenda Älterwerden“

Liebe „Spätleser“!
Sie lesen gerade die 8. Ausgabe der Informationszeitschrift des Seniorenbeirates der Stadt Emsdetten. Wir beschäftigen uns immer mit diversen Themen, die für alle Menschen mit steigendem Lebensalter gedacht sind, also eben alle! Jeder erwachsene Mensch sollte sich frühzeitig um seine Zukunft kümmern und sich Gedanken machen, wie und wo er „im Alter“ leben und wohnen kann. Dazu haben wir die „Agenda Älter werden“, „ein Date mit unserer Zukunft“, ins Leben gerufen, die in mehreren öffentlichen Arbeitsgemeinschaften Vorschläge dazu erarbeitet hat.
Allen Mitdenkenden dazu schon mal meinen herzlichen Dank.
Über erste Zwischenergebnisse berichten wir auf den folgenden Seiten. Gerne können sich weitere Interessierte an den AG-Sitzungen mit Fragen und Vorschlägen beteiligen. Anmeldungen bitte an: senioren@beirat-emsdetten.de und amsbeck@emsdetten.de.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Beschäftigung mit einem neuen und innovativen Pflegesystem „Buurtzorg“, welches unsere holländischen Nachbarn seit geraumer Zeit eingeführt haben.
Dann stellt Frau Wachsmund, Leiterin von Stroetmanns Fabrik inklusive Ems-Halle, Verkehrsverein und Galerie Münsterland sich und die Entwicklung des „Soziokulturellen Zentrums“ vor, eine fast 25-jährige Geschichte.
Zum Schluss habe ich noch eine Bitte: Die Spätlese wird mit etwa 8000 Exemplaren über die EV, die auch für Layout und Anzeigen verantwortlich ist, verteilt. Der Beirat dankt hier sehr für die gute Zusammenarbeit. Weitere etwa 2000 Exemplare verteilt der Seniorenbeirat in vielen Emsdettener Geschäften und Institutionen. Trotzdem kann der Verbreitungsgrad noch verbessert werden, insbesondere bei Menschen, die nicht EV-Abonnenten und nicht mehr so mobil sind. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie als Leser/innen uns bei der Verbreitung an interessierte Personen unterstützen! Vielleicht, indem Sie die gelesene Ausgabe an Ihre Nachbarn weitergeben.

In diesem Sinne verbleibe ich mit herzlichem Dank und Gruß Hans-Jürgen Jesse, 1. Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Emsdetten.

 


Ulrike Wachsmund spricht über Stroetmanns Fabrik und Privates

Ein buntes Spektrum
Von Hans-Jürgen Jesse

Ulrike Wachsmund arbeitet seit 1994 bei Stroetmanns Fabrik

Hans-Jürgen Jesse hat Ulrike Wachsmund für ein Interview getroffen. Die Leiterin von Stroetmanns Fabrik inklusive EMS-HALLE, Verkehrsverein und Galerie Münsterland, stellt sich und die Entwicklung des „Sozio-kulturellen Zentrums“ vor.

Wann und wo sind Sie geboren und aufgewachsen?
Ich bin als zweites Kind 1961 in Münster geboren. Mein Vater war Beamter, meine Mutter Hausfrau.

Welche Ausbildung haben Sie erhalten?
Nach dem Abitur habe ich zunächst Deutsch und Kunst für die Sekundarstufe I im Lehramt studiert, anschließend Diplompädagogik.

Seit wann sind Sie in Emsdetten tätig? Was waren Ihre damaligen Ziele bei Antritt?
Ich kam im Oktober 1994 zwei Monate vor der Eröffnung von Stroetmanns Fabrik. Für mich war wichtig, dass das Haus mit seinen Veranstaltungen für die gesamte Bevölkerung der Stadt steht und ein Angebot für alle gesellschaftlichen Gruppen und Menschen in jedem Lebensalter bereithält. Niemand sollte Vorbehalte haben, ins Haus zu kommen. Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote sollten genauso selbstverständlich ihren Raum haben wie Hochkultur, Mainstream, Familienfeiern, Kleinkunst, Brauchtum oder Tagungen und Messen. Außerdem ist wirtschaftliches Arbeiten für mich wichtig. So können wir den Zuschuss gering halten und durch gewerbliche Vermietungen und gastronomische Veranstaltungen Mittel erwirtschaften, mit denen wir die soziale und kulturelle Angebotsvielfalt finanzieren. Das Haus ist durch dieses Konzept sehr ausgelastet und ein überregional bekannter, anerkannter Mittelpunkt der Stadt.

Entwicklung des sozio-kulturellen Zentrums zu Stroetmanns Fabrik?
Ich glaube, mein Konzept ist aufgegangen. Wir staunen auch heute noch häufig, welche unglaublichen Kombinationen möglich sind. So fanden zum Beispiel an einem Tag ein Selbsthilfegruppentreffen für Menschen mit Depressionen, ein Bauchtanzkurs, eine Bankertagung, eine Technikprobe mit den Flippers, ein Babymassagekurs und die Anlieferung für die Ausstellung der Rassegeflügelzüchter statt. Außerdem hatte sich zufällig ausgerechnet gegenüber die Schuldnerberatung „Haus&Grund“ für eine Beratungsstunde eingemietet. Diese einmaligen Mischungen sind typisch für uns und zeigen das ganze bunte Spektrum unseres Hauses. Auch in Zahlen lässt sich die positive Entwicklung nachverfolgen. Unser Umsatz hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. Die Auslastung ist seit vielen Jahren konstant. Quantitativ geht nicht mehr. Nun liegt mir vor allem an der weiteren qualitativen Entwicklung des Hauses. Mit dem vom Land geförderten Kulturliga-Projekt konnten wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung gehen.

Was war Ihr tollstes Event, „liebstes Kind“?
Das „liebste Kind“ sind für mich die Tage mit den spannendsten Veranstaltungsmischungen im Haus. Eine besonders schöne Zeit sind vor allem die Sommerwochen mit Lollipop und den kulturpädagogischen Projekten. In der EMS-HALLE war das Konzert der „Ärzte“ ein Highlight.
Absolut herausragend auch das Stadtjubiläum mit unserem Zug durch 70 Jahre Musikgeschichte. Vor drei Bühnen wurde gefeiert, getanzt und mitgesungen – ein Gänsehauterlebnis. 2017 gab es dann mit den Tanz!Land! Projekt einen weiteren Höhepunkt. Es war das erste überregionale Projekt, für das wir Fördermittel aus der regionalen Kulturpolitik erhalten haben. Besonders gefreut habe ich mich, dass wir dazu den international anerkannten Choreographen Royston Maldoom verpflichten konnten.

Dann muss auch die Frage nach dem größten Reinfall, der schlimmsten Enttäuschung erlaubt sein.
Das war das zweite Engagement von Heidi Kabel. Die erste Vorstellung im Bürgersaal war ausverkauft und sehr gut angekommen. Ein Jahr später meldete sich dann das Management und bot einen Folgetermin an. Dafür gab es dann allerdings nur Interesse von sieben zahlenden Zuschauern und wir mussten die Veranstaltung absagen. Zum Glück bisher unser einziger Reinfall – der wird im Kollegenkreis immer wieder gern belacht.

Wie ist die heutige Reflektion auf die damaligen Ziele?
Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden. Mehr Angebote können und sollten wir im ländlichen Raum auch nicht machen. Das würde das Zuschauerinteresse zeitlich und finanziell überfordern. Qualität und die richtige Mischung werden weiterhin im Mittelpunkt stehen. Das Angebot muss sich ständig verändern und spannende Akzente setzen, um die Emsdettener immer wieder neu für Kultur zu begeistern.

Was sind heutige Ziele und notwendige Maßnahmen dazu, auch seitens der Stadt?
Noch mehr Angebote, die Begegnung ermöglichen und im Bereich Partizipation und Kulturpädagogik. „Meat & eat“, ein Mittagstisch mit arabischen Spezialitäten, ist beispielsweise ein absolut erfolgreicher Schritt in diese Richtung. Inzwischen kommen regelmäßig mehr als 100 Gäste. Leider sind diese Veranstaltungskonzepte immer defizitär, also ohne Fördergelder und Sponsoren nicht möglich. Hier würde ich mich natürlich über mehr Unterstützung freuen.
Ein großes und bekanntes Problem ist vor allem unsere räumliche Situation. Wir arbeiten seit Eröffnung ohne Lager und schieben täglich Mobiliar und Technik von einer Ecke in die andere. Außerdem braucht das Haus nach über zwanzig Jahren intensiver Nutzung dringend eine Modernisierung, ich freue mich, dass die Pläne der Stadt Emsdetten für die Umsetzung der Maßnahmen inzwischen konkret sind.

Welche Bedeutung hat der Verkehrsverein, die Galerie Münsterland und der Kunstverein für Emsdetten? Ist das auch Ihre Verantwortung?
Geschäftsführerin des Verkehrsvereins bin ich seit 2004, Vorsitzende des Galerie Münsterfand e.V. seit 2000. Im Verkehrsverein stehen neben Touristik und Bürgerinformation die Stadtfeste im Mittelpunkt der Arbeit. Mit der Qualität dieser Events haben wir viel erreicht. Emsdetten hat sich als Eventstadt überregional einen Namen gemacht. Im Blick auf die Kunst haben wir in Emsdetten die besondere Situation, dass es zwei Kunstvereine gibt, die sich im Bereich der bildenden Kunst engagieren: Den Kunstverein Emsdetten e.V. und den Galerie Münsterland e.V.. So gibt es immer wieder spannende Positionen mit unterschiedlichsten Konzepten in der Galerie Münsterland zu sehen. Seit zwei Jahren gibt es zudem innovative kulturpädagogische Projekte mit ausgewählten Künstlern im Rahmen des Lollipop Ferienprogramms. Die Geschäftsführung für drei Vereine zu haben birgt viele Chancen und Möglichkeiten, aber auch eine große Belastung durch die vielen Ebenen, auf denen gleichzeitig organisiert, geplant, kalkuliert und koordiniert werden muss.

Was haben Sie noch mit der EMS-HALLE vor?
Von der Anzahl sind noch mehr Veranstaltungen nicht sinnvoll (s.o.). Ich denke aber schon einige Zeit über Konzerte für ältere Menschen und Hochbetagte nach, für die ein Konzertbesuch unter den üblichen Bedingungen nicht mehr möglich ist, weil zum Beispiel das Schlange stellen am Einlass zu beschwerlich ist, der Weg vom Parkplatz bis zum Sitzplatz zu lang, die Bewegungsfreiheit zwischen den Sitzreihen nicht groß genug. So habe ich die Idee von „Komfort-Konzerten“ entwickelt. Ich denke an eine Vorfahrmöglichkeit für Angehörige, Taxen oder Fahrdienste vor die Halle, eine große Ordnerzahl, die bei der Abgabe der Garderobe und Platzsuche hilft, an Stuhlreihen mit größeren Abständen und ausreichend Abstellmöglichkeiten für Rollstühle und Rollaloren. Auch der Getränkeservice könnte am Platz erfolgen.
Ein solches Konzert ist natürlich wesentlich kostenintensiver und erfordert eine intensive Planung und ein besonderes Marketing, um mögliche Interessenten anzusprechen. Ohne Sponsoren geht es also leider auch hier wieder nicht.

Welche Werbemöglichkeiten nutzen Sie? Homepage, Newsletter, Ouartalsheftchen?
Wir jaben gerade den Veranstaltungskalender für Emsdetten überarbeitet und aktualisiert: „Emsdetten Events“ erscheint nun sehr übersichtlich alle zwei Monate. Weiter kann man zum Beispiel auf der Startseite unserer Homepage unter www.stroetmannsfabrik.de einen Newsletter mit Hinweisen auf kommende Veranstaltungen bestellen. Außerdem gibt es ständig Pressemitteilungen in den örtlichen Medien und wir betreiben neben unserem Internetauftritt eine gut besuchte Facebook-Seite.

Wie bringen Sie sich in die Agenda ein?
Zufällig haube ich während der Startphase der Agenda auch ein neues Angebot für Ältere in Stroetmanns Fabrik konzipiert. Der Tanzkurs „Feel good“ richtet sich an alle, die die gesundheitsfördernden Aspekte von Bewegung mit der Freude an Tanz, Musik und Kultur verbinden möchten. Es nehmen Menschen zwischen 40 und 70 Jahren teil. Tanzen ist die einzig wissenschaftlich nachgewiesene Möglichkeit, Demenzerkrankungen vorzubeugen. In den Agenda-Prozess kann ich mich während meiner Berufstätigkeit leider noch nicht einbringen.

Wann wird der WoMo-Stellplatz eröffnet?
Der Verkehrsverein wird das Marketing und die Verwaltung des Platzes übernehmen. Die Stadt Emsdetten ist zurzeit mit der Fertigstellung des Platzes beschäftigt, leider hat es Verzögerungen durch Probleme mit dem Untergrund der Fläche gegeben.

Wozu hätten Sie bei all der Arbeit mal privat Lust? Hobbys, Reisen oder anderes?
Im Urlaub entspanne ich am liebsten an der Nordsee oder besuche internationale Kul-turfestivals.

 


Eine alte Tradition

Osterfeuer

Von Beate Schilling
Als weltliche Sitte ist das Osterfeuer seit 1559 bekannt. Allerdings kann eine richtige Beziehung des Brauchtums zum Osterfest nicht hergestellt werden. Die Forschung bezeichnet sie als „Kultfeuer“. Jedoch wird heute zu Beginn der Liturgie der Osternacht in der katholischen Kirche ein kleines Feuer entfacht, das Osterfeuer.

Im Osterfeuer werden oft die Reste der heiligen Öle aus dem Vorjahr verbrannt. Da die Holzstapel über viele Wochen angesammelt werden, verkriechen sich hier häufig Kleintiere, die vor dem Anzünden verjagt werden müssen. Mittlerweile werden daher die Holzstapel vor dem Anzünden umgestapelt. Hier in Westfalen werden nach dem Dreikönigstag die Weihnachtsbäume für das Osterfeuer eingesammelt.
ln anderen Regionen Deutschlands werden Puppen oder andere Gegenstände verbrannt, die Judas Ischariot darstellen.

 


Tanzen für Beginner und Könner: Tanz AG mit vielen verschiedenen Angeboten

Fitness, Freude und sich gut fühlen

Von Alexander Richter
Etwas holprig und mit anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten nahm das Projekt Tanz AG im stadtweiten Prozess „Agenda Älterwerden“ im Herbst 2017 Fahrt auf. Zu Viert – zwei Damen und zwei Herren – saßen wir zunächst zusammen und berieten, wie wir unsere AG inhaltlich gestalten und wen man noch für unser Vorhaben gewinnen könnte. Zudem ging es um die Suche nach bestehenden Angeboten, die wir für uns und für weitere Interessierte nutzen könnten.
An erster Stelle wäre ein neu ins Leben gerufener Tanz- und Bewegungskurs zu nennen, der mittlerweile eifrig genutzt wird. Der Kurs heißt „Tanzen und bewegen unter dem Motto feel good”. Er findet – inzwischen in der dritten Staffel – einmal wöchentlich in den Räumen von Stroetmanns Fabrik statt. Es ist ein Angebot, das im Zuge der vorgenannten „Agenda Älterwerden“ ins Leben gerufen wurde.
Die Kursstunden werden von Ulrike Wachsmund, Geschäftsführerin von Stroetmanns Fabrik und Tanzpädagogin, geleitet. Von der anfänglichen „Trockenübung“, womit der reine Bewegungsablauf von Schritten und Bewegungen gemeint ist, bis hin zu mehrteiligen Tanz-und Bewegungselementen mit feuriger Musik wird ein mitunter fulminantes Gruppenerlebnis geboten, ohne dass die Tanz-Eleven überfordert würden. Dieser Kurs hat von Beginn an viel Zuspruch gefunden. Derzeit gehören ihm 16 Damen und zwei Herren an. Bei mehreren Interessierten könnte über die Gründung einer zweiten Gruppe nachgedacht werden.
An bereits bestehenden Möglichkeiten wäre zunächst das Angebot von Charlotte Schmengler mit Kreistänzen zu international gestalteter Musik zu nennen. Frau Schmengler lädt hierzu jeden Samstagnachmittag von 15 bis 17 Uhr in den Gemeindesaal der Martin Luther Kirche an der Neubrückenstraße ein. Der Kurs ist für Fortgeschrittene ebenso geeignet wie für Neueinsteiger. Bei der Auswahl der Tänze finden auch die Wünsche der Teilnehmer Berücksichtigung. Genaueres ist auch einem informativen Flyer zu entnehmen.
Wer es etwas sportlich geprägter haben möchte, hierzu hat Elke Hülskötter im Programm des TVE etwas gefunden. Der Verein bietet den Kurs „Fit ab 60 für Frauen“ an. Hier soll die körperliche Aktivität angeregt und das ganzheitliche Wohlbefinden dauerhaft gefördert werden. Analog dazu werden die Herren mit „Fit und Gesund für Männer ab 60“ angesprochen. Wer bereits ein Lebensjahrzehnt weiter vorgerückt ist, für den oder die gibt es den Kurs „Fit ab 70”, der mit schonend gemäßigten Übungen die Koordination und Kondition festigen und auch zur Kräftigung des Körpers beitragen soll, wozu auch eine Sturzprophylaxe gehört. Ein ähnliches Muster findet sich im Programm des Tanzclubs Young & Old, dessen Kurse unter dem Motto Fitte 60, Zumba Goldies, Seniorinnen-Tanzkreis und Rollatortanz einladen.
Weitere Ausrichter von Kursen sind die evangelische Kirche mit einer Tanzgruppe, die im Abstand von vier Wochen im Gemeindesaal zusammenkommt, der Heimatbund mit einer Volkstanzgruppe und nicht zuletzt die Volkshochschule Emsdetten/Greven/Saerbeck mit Bewegungskursen.
Wer doch lieber bei Kaffee und Kuchen oder Sahnetorte das Tanzbein in klassischer Manier schwingen möchte, der kann – übrigens unter Nutzung des kostengünstigen Bürgerbusses – am Sonntagnachmittag in der Gaststätte Zurmühlen in Hembergen einkehren und in der kühleren Jahreszeit trotz DJ, Livemusik oder Alleinunterhalter einen altmodischen Tanztee erleben.

 


Älter werden in Emsdetten

Älter werden in Emsdetten – wie es leichter geht, erklärte Pfr. em. Josef Achterfeld am Karnevalssonntag in seiner Predigt im Josefstift, getreu dem Motto:

Alt macht nicht das Grau der Haare,
alt macht nicht die Zahl der Jahre,
alt ist, wer den Humor verliert
und sich für nichts mehr interessiert!

Heute lässt sich’s nicht vermeiden,
ob für Christen oder Heiden
muss die Predigt, gleich wer spricht,
reimen sich wie ein Gedicht.

Weil das kommt so selten vor,
nennt man es dann auch Humor.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht,
vor allem, wenn man’s selber macht.

Drum ist mir um dies Haus nicht bange;
denn wer Humor hat, der lebt lange.
Dass dieser Satz nur stimmen kann,
sieht man doch Ihnen allen an.

Ich habe gezählt die Lebensalter
so wie man zählt die Bibel-Psalter.
Ihr seid zusammen alle bald
achtmal 1000 Jahre alt.

Wenn’s jeder auch nur einmal macht,
wird 8000 mal im Jahr gelacht.
Wo kommt denn sonst noch der Humor
in solcher Riesenpackung vor?

Und so stelle ich jetzt fest:
Der Humor hat hier sein Nest!
Freilich, das ist keine Frage,
hat das Alter seine Plage.

Und die Gefühle sind gemischt,
wenn’s ein’n zu Karneval erwischt.
Statt Tanz auf das Parkett zu legen,
muss man seine Beine pflegen.

Statt Alaaf und groß Helau
ist einem Kopf und Magen flau.
Statt verkleidet und befrackt,
schlägt das Herz nicht mehr im Takt.

Statt im Walzer sich zu wiegen,
musst du abends acht Uhr liegen.
Statt nahe an der Bütt zu sitzen,
helfen im Moment nur Spritzen.

Und Tabletten, auch dasselbe,
dreimal rot und viermal gelbe.
Helfer tuen ihre Pflicht,
nur eines geht nun wirklich nicht.

Dass Rosenmontag euch, ihr Lieben,
das ganze Stift im Umzug schieben.
Dafür lasst dann eher, ihr Frommen,
den Prinzen höchstpersönlich kommen.

Gegen Altern, das kommt vor,
hilft ganz sicher der Humor.
Doch ein jeder auch versteht,
wenn das Lachen mal vergeht.

Ich wünsche auch, wenn es mal schwer,
dass es dann immer wieder kehr.
Dass das Lachen und die Klage
mögen halten sich die Waage.

Ich hoffe, dass ich’s sagen kann;
ich bin längst selbst ein alter Mann.
Ich selbst will für mich die Worte meiden,
denn dazu bin ich zu bescheiden.

Ich trage auch kein Narrenmützchen
und verteile keine Bützchen.
Ich hüte lieber meine Lippe:
Ich will doch keine Vogelgrippe!

Und an der Tür, in aller Ruh,
hört der heilige Josef zu.
Er hält angestrengt sein Ohr
und lauscht der Predigt von Humor.

Und erzählt frisch, fromm und heiter
seinem „Chef” gleich alles weiter.
Statt „helau“ in diesem Rahmen
sag ich deshalb lieber:
„Amen“!

 


Gruppe organisiert den besseren Zugang zu Informationen

Die „Sammler und Jäger“

Eine weitere Gruppe, die sich im Rahmen der Agenda Älterwerden gebildet hat, versucht heraus zu bekommen, welche Aktionen von welchen Vereinen oder Gruppen derzeit bereits in Emsdetten angeboten werden. Wer beispielsweise Sport oder Gymnastik für Menschen über 50 Jahre anbietet. Sicher sind dies nicht nur Sportvereine. Auch Bildungsinstitute wie die Volkshochschule oder die Familienbildungsstätte bieten entsprechende Kurse an, aber auch verschiedene kirchliche Gruppen oder Schützenvereine.
Hierbei geht es aber auch um Angebote, bei denen ältere Menschen sich aktiv einbringen und auf verschiedenste Weise selbst Hilfe und Unterstützung anbieten können wie die Radbastler bei der Kolpingsfamilie, Vorlesepaten in Schulen oder Unterstützung von Migrantenkindern beim Erlernen der deutschen Sprache.
Wichtig ist es nun, die gesammelten Informationen in entsprechender Form den Menschen zugänglich zu machen.
Gerade die ältere Bevölkerung verfügt oft nicht über einen eigenen Computer, um sich Informationen aus dem Internet zu holen.
An vielen Briefkästen befindet sich auch ein Schild „keine Werbung“, sodass auch kostenlose Zeitungen nicht gelesen werden. Auch gedruckte Broschüren, die in Arztpraxen, Apotheken, bei Behörden oder anderen Institutionen verteilt werden könnten, haben den Nachteil, dass sie in regelmäßigen Abständen neu gedruckt werden müssen, um sie aktuell zu halten. Außerdem sind diese Printmedien relativ teuer.
Wie also soll dieser Personenkreis mit welchen Informationen und in welcher Form versorgt werden? Mit all diesen Fragen und Problemen beschäftigt sich die AG „Was gibt es schon?“. Da es sich bei dieser Thematik um eine sehr komplexe Aufgabe handelt, sind die Mitglieder der Gruppe für alle Hinweise und Informationen aus der Bevölkerung und von den anbietenden Organisationen dankbar. Hinweise sammelt Günther Sievers. Tel. (02572)9419604, gs-emsdetten@t-online.de.

 


Die Gruppe „Geh nicht allein“ trifft sich für Unternehmungen

Dem Alleinsein entfliehen

Die Gruppe „Geh nicht allein“ hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen aus Emsdetten anzusprechen, zu einem Treffen mit Gleichgesinnten zu kommen und dadurch dem Alleinsein zu entfliehen. Personen wie Witwer/Witwen, allein Lebende oder Leute ohne Angehörige sind angesprochen.
Die Gruppe trifft sich unregelmäßig an anberaumten Örtlichkeiten, um weitere Details zu Unternehmungen vorzubereiten. Bisher umfasst diese Gruppe etwa bis zu zehn Personen. Diese sind per E-Mail vernetzt. Weitere Teilnehmer sind immer herzlich willkommen.
Geplant ist, dass die Teilnehmer jeden letzten Samstag im Monat ins Solebad nach Bad Bentheim fahren. Abfahrt ist gegen 13.3O Uhr, Rückkehr um 18.00 Uhr.
Der Termin wird jeweils eine Woche vorher in der Emsdettener Volkszeitung bekannt gegeben. Anmeldungen nimmt Hildegard Strodt-Sievers unter hstrodt-si@web.de oder unter Tel. (02572)9419604 entgegen.
Ein weiterer Aspekt war im März eine Wanderung durch den Brook zu Lintels Kotten.
Als weitere Idee gilt eine Fahrt im Juni zum Kreislehrgrtnen nach Steinfurt.
Weitere Überlegungen gelten Theaterbesuchen nach Münster, zum Beispiel ins Boulevard-Theater.
Auch trifft man sich jeweils am letzten Donnerstag im Monat zum Senioren-Kino mit Kuchen und Kaffee im Cinetech Emsdetten.
Interessenten, die in dieser Gruppe mitmachen möchten, können sich unter gerlinde.amsbeck@emsdetten.de, Tel. (02572) 9222 51 oder unter f.j.beckwermert@gmx.de. Tel. <02572) 7282 melden.

 


AG 7: Lange im eigenen Haus leben

Visionen vom Wohnen im Alter

Die Arbeitsgruppe sieben beschäftigt sich mit dem Thema „Wohnen im Alter“.
Dazu gehört auch die Frage, wie Menschen, die das wollen, möglichst lange in ihrem Haus oder ihrer Wohnung bleiben können, ohne einsam zu sein.
Thema und momentaner Arbeitsschwerpunkt in der Arbeitsgruppe ist „Visionen vom Wohnen (im Alter)“.
Dazu gehören auch alternative Wohnkonzepte und innovative bauliche Lösungen.
Um die Arbeitsgruppe zu vergrößern, das Thema bekannt zu machen und eine Diskussion in Gang zu setzen, wird die Gruppe zeitnah mit einem Facebook-Profil an den Start gehen.
Für dieses Jahr sind verschiedene Vorträge und Workshops zu folgenden Themen geplant:
► Leben im Tiny Haus – Erfahrungsberichte,
► Alternative Wohn- und Lebenskonzepte im ländlichen Raum.
► Raum- und Stadtplanung in Zeiten des demografischen Wandels.
Die Arbeitsgruppe freut sich über Anregungen und über weitere aktive, engagierte und motivierte Mitbürger.
Weitere Informationen und Kontakt gibt es bei der Stadt Emsdetten bei Gerlinde Amsbeck. Zu erreichen ist sie per Mail unter Gerlinde.amsbeck@emsdetten.de oder Tel. (02572)922-251 (von montags bis donnerstags).

 


AG 4 der Agenda Alterwerden: Wie stelle ich mir mein Leben vor?

Wie möchte ich im Alter leben?

Teilnehmer der AG 4 überlegen unter anderem, „Wie möchte ich im Alter sinnvoll leben und arbeiten?“

Im Vorjahr gründete sich in Emsdetten unter dem Motto „Ein Date mit unserer Zukunft“ die „Agenda Älter werden in Emsdetten“. Da es um „Älter werden“ geht, betrifft es auch die Jüngeren.
Die Gruppe vier beschäftigt sich mit der Thematik: „Wie stelle ich mir mein Leben vor?“ und „Wie möchte ich im Alter sinnvoll leben und arbeiten?“
Die dokumentierten Fragen sollen nun an „Jüngere“ weitergeben werden und zum Nachdenken anregen.

1. Gesundheit
► Wie halte ich mich heute fit, um im Alter fit zu sein?
► Wie viel Zeit investiere ich täglich in meine körperliche und geistige Gesunderhaltung?
► Führe ich regelmäßige Check Up’s durch?
► Ernähre ich mich entsprechend?
► Wer pflegt mich bei Bedarf im Alter? Kann ich mir das leisten?
2. Familie und weitere Gemeinschaften
► Wie ist mein Verhältnis zum Partner, zu den Kindern?
► Wie und wo werde ich im Alter wohnen?
► Bin ich meiner Familie eine Stütze oder eine Last?
► Welche Werte kann ich im Alter vermitteln? Habe ich diese Werte vorgelebt?
► Legt jemand Wert auf meine Meinung?
► Habe ich Freunde, die ich mir wünsche?
► Welchen Gruppierungen oder Vereinen gehöre ich an?
► Welche Hobbys habe ich? Sind diese ausbaufähig?
► Engagiere ich mich ehrenamtlich? Kann ich andere dafür interessieren?
► Was wollte ich immer schon mal machen?
3. Vorsorge
► Wie lange kann/muss/will ich noch arbeiten?
► Ist meine Rente gesichert? Durch eigene Arbeit oder der des Partners?
► Brauche ich Zusatzversicherungen?
► Muss ich meine Lebensgewohnheiten anpassen?
Für unsere Gruppe stellt sich die Frage, wie man damit an die Öffentlichkeit geht. Um eine große Alterspanne (von 18 bis 60 Jahren) zu erreichen, kam uns die Idee, das Thema in Emsdettener Firmen vorzustellen, beispielsweise bei Betriebsversammlungen. Erste Kontakte sind sehr positiv aufgenommen worden.
Darüber hinaus wird in der Gruppe gerne über „Lebensqualität“ diskutiert und philosophiert.
Die Mitglieder suchen dringend Verstärkung. Gern gesehen sind jüngere Leute, die sich mit den Fragen auseinander setzen, und ganz besonders herzlich willkommen sind auch weibliche Teilnehmer. Interessenten wenden sich bitte an Josef Teupe, Tel.(01 52)5645 3089.

 


Wie kann das Leben in der Stadt für Ältere verbessert werden?

Die Zukunft kann kommen

Seit Anfang letzten Jahres sind in Emsdetten viele Menschen mit der Frage beschäftigt, wie kann das Leben in der Stadt insbesondere für ältere Menschen besser, lebenswerter und attraktiver gestaltet werden. Was muss dazu passieren, ergänzt oder verbessert werden? Nachdem im Mai in einer Auftaktveranstaltung im Bürgersaal mit Sky du
Mont die „Agenda Alterwerden“ unter dem Titel „Ein Date mit unserer Zukunft“ der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat sich bereits einiges getan.
In zunächst acht Arbeitsgruppen (AGs) wurden im kleineren Rahmen einzelne Themen diskutiert.
► Wie kann es erreicht werden, dass Einzelpersonen in öffentlichen Räumen (Cafes,
Restaurants) nicht ausgegrenzt werden?
► Welche Möglichkeiten gibt es, die Freizeit mit anderen gemeinsam zu gestalten, ohne einem Verein anzugehören?
Diesen und noch viel mehr Themen haben sich die Teilnehmer der AGs angenommen und erläutern in weiteren Berichten das Geplante und schon Erreichte.

 


Ein Besuch in der Kolping-Radstation bei Initiator Joachim Behrla/ Helfer für die Werkstatt gesucht

Die Radbastler, die Gutes tun
Von Günther Sievers

Dienstagnachmittag. Bevor ich ins eigentliche Herz des „Radbastler-Treffs“ komme, muss ich an mehreren Dutzend Rädern vorbei, die dort, bereits fertig repariert, auf ihre zukünftigen Besitzer warten. In der Werkstatt treffe ich Joachim Behrla, der gerade ein defektes Fahrrad repariert.
Er ist der „Macher“ und Initiator der Kolping-Radstation und zeigt mir zunächst die Werkstatt und das umfangreiche Ersatzteillager. Alles Teile, die aus alten Rädcm ausgebaut worden waren und irgendwann wieder für ein anderes Rad Verwendung finden.
Dann kommt Horst Knüwer dazu, der gerade in der oberen Etage damit beschäftigt ist, Vorder- und Hinterräder zu sortieren. Er erzählt, wie er zu den Radbastlern gekommen ist. Vor einiger Zeit suchte er für sein altes Rad ein Ersatzteil, das im Fahrradhandel nicht mehr zu bekommen war. Dann hat ihm jemand geraten, bei den Kolping-Bastlern nachzufragen. Er wurde fündig und von Joachim Behrla angesprochen, ob er sich nicht vorstellen könnte, wöchentlich für zwei bis drei Stunden mitzuhelfen. Seitdem ist er mit Freude dabei.
Während ich bei einer Tasse Kaffee ein wenig mehr über die Geschichte der Radbastler erfahre, kommen zwei junge Männer mit einem Rad mit „Plattfuss“ rein. Sie sind schon „alte Bekannte“ und können ihr Rad selbst reparieren, das Werkzeug benutzen und sich auch mit dem einen oder anderen Ersatzteil bedienen. Kurz danach kommt noch ein junger Mann, der irgendetwas an seinem Rad basteln wollte. So geht das während der Öffnungszeiten der Radstation ständig.
Angefangen hat die ganze Aktion 2009. Damals wurden, auf Initiative von Joachim Behrla, aus Schrotträdern, die im Rahmen der Kolping-Schrottaktionen anfielen, die guten Räder aussortiert und als Leihräder kostenlos in Emsdetten verteilt. Die Räder sind sowohl farblich als auch durch eine auffällige Beschriftung an den Hinterrädern als Leihräder eindeutig gekennzeichnet und können von Jedermann benutzt werden. Erwartet wird, dass sie pfleglich behandelt und irgendwo wieder abgestellt werden. Da weder die Folien für die Kennzeichnung der Räder noch die Werkzeuge kostenlos zu bekommen sind, ist die Radstation auf Sponsoren angewiesen. Inzwischen sind diese Räder so beliebt, dass sogar schon in Hamburg ein Rad aufgetaucht ist.

Joachim Behrla ist der Initiator der Kolping-Radstation [EV-Foto: Sievers]

Eine Äußerung „hier sieht es ja aus wie auf einem Schrottplatz“, veranlasste Behrla zu dem Kommentar „In Afrika wären sie froh, wenn sie solche Räder hätten“. Das war der Anfang der Aktion Togo, die 2014 begann. Mit der Lieferung reparaturbedürftiger Räder sowie Werkzeug und Ersatzteilen wird der Betrieb einer Kolping-Fahrradwerkstatt in Lome in Togo unterstützt.
Die große Flüchtlingswelle 2015 führte zu einer Kooperation mit der Stadt Emsdetten derart, dass für und mit Flüchtlingen Fahrräder gesammelt, repariert und über die Stadt an Flüchtlinge verteilt werden. Die Stadt bestimmt, wer ein Rad bekommen soll. Dann wird gemeinsam mit einem Vertreter der Radwanderfreunde eine zwei- bis dreistündige Fahrschulung durchgeführt, an deren Ende eine Teilnahmebescheinigung ausgehändigt wird.
In der neuen Werkstatt an der Oststraße 13, die im September 2016 bezogen wurde, sind derzeit 22 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig, davon jeweils sechs in sechs Schichten von zwei bis drei Stunden an drei Tagen in der Woche. Joachim Behrla würde sich wünschen, dass jede Schicht doppelt besetzt ist, damit eine bessere Betreuung derjenigen, die die Werkstatt nutzen, gewährleistet ist. Aber auch, damit eine effektivere Arbeit ermöglicht wird, da beispielsweise die Ersatzteile auf zwei Ebenen im Haus verteilt sind.
Jeder, der sich gern etwas handwerklich betätigen, seine Freizeit sinnvoll und im Kreis von Gleichgesinnten verbringen möchte und möglichst regelmäßig ein paar Stunden pro Wochen erübrigen kann, ist sehr herzlich willkommen.
Die Werkstatt ist dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr besetzt.

 


Die Stiftung St. Josef schafft mit Neubau an der Mühlenstraße 15 Servicewohnungen für ältere Menschen

Neuer zentraler Wohnraum für Senioren
Von Melina Hövels

 Die Warteliste der Interessenten ist lang: 15 Servicewohnungen für Senioren entstehen derzeit an der Mühlenstraße. Damit will die Stiftung St. Josef nicht nur zentralen, modernen Wohnraum für ältere Menschen schaffen.
Sie will auch die seit mehreren Jahrzehnten klaffende Baulücke zwischen dem „Betreuten Wohnen in der Brücke“ und dem privat genutzten Nachbargebäude schließen.
Zwei- bis Dreizimmerwohnungen werden entstehen. „Die Idee für das Gebäude kam aus dem Umstand heraus, dass die Stiftung aufgrund des demografischen Wandels und der damit verbundenen Zunahme alter Menschen ihren Versorgungsauftrag erfüllen möchte. Es ist wichtig, dass senioren-gerechter und barrierefreier neuer Wohnraum zur
Verfügung gestellt wird“, erklärt Martin Kolbe, Geschäftsführer der Stiftung St. Josef.
Viele ältere Menschen, so seine Erfahrung, wollen – wenn sie sich noch einmal wohnlich verändern -zentral in der Stadt wohnen, um Ärzte, Supermärkte und vieles mehr selber gut erreichen zu können.
Die Wohnungen sind 60 Quadratmeter (2 ZKB) bis 104 Quadratmeter (3 ZKB) groß, die Penthousewohnungen bieten sogar Platz auf einer Fläche von 74 bis 124 Quadratmetern. So können sowohl Alleinstehende als auch Paare das neue Angebot der Stiftung St. Josef nutzen. Neben einer großen Loggia in den Wohnungen gibt es in den Penthousewohnungen jeweils eine große Dachterrasse.
Im Erdgeschoss des Hauses entstehen auf mehr als 500 Quadratmetern der insgesamt 1550 Quadratmeter Büroflächen, die von einem Architekten und einer Firma mit technischer Gebäudeausrüstung bezogen werden. „Die Bewohner haben also ruhige Nachbarn“, stellt Kolbe fest.
Ebenfalls in direkter Nachbarschaft ist das Josefstift. An Aktivitäten, sportlichen Angeboten und auch dem Mittagstisch können die Bewohner der Wohnungen optional teilnehmen. „Wir wollen einen Quartiersgedanken schaffen“, sagt Martin Kolbe über das Konzept.
Auch optional gebucht und somit den Lebensumständen der Bewohner angepasst werden können hauswirtschaftliche Leistungen, soziale Betreuung oder Pflegeleistungen.
Die Grundsteinlegung wird am 18. April sein. Die Fertigstellung ist für Ende Januar/ Anfang Februar 2019 geplant.
Auch wenn die Wartelisten bereits lang sind und es etliche Interessenten für die Servicewohnungen gibt: „Unterschrieben hat noch niemand“, versichert Kolbe. So können sich Interessierte auch weiterhin bei der Stiftung St. Josef melden, um ihr Interesse zu
bekunden. Kontakt: Petra Kemper. Tel. 102572)14-195.

 


Sprechstunden,Themenabende und mehr

Seniorenlotsen im MGH
Von Brigitte Wolff-Vorndieck

Zehn Seniorenlotsen sind seit Januar 2017 in der Anlaufstelle „Älter werden in Saerbeck“ im Mehrgenerationenhaus Saerbeck am Start. Jeden Donnerstag von 9.00 bis I0.30 Uhr stehen die Seniorenlotsen den Ratsuchenden in der Sprechstunde im Mehrgenerationenhaus zur Verfügung.
Vor allem die Vorsorgemappe mit allen wichtigen Formularen wie Patientenverfügung. Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Kontovollmacht und einiges mehr wurden im vergangenen Jahr nachgefragt – über 400 Mal und die Nachfrage hält an. Entsprechend oft gab es Informationsbedarf zum Ausfüllen der Vorsorgemappe in den Sprechstunden. Seite für Seite wurde die Mappe durchgearbeitet und Unterstützung beim Ausfüllen gegeben. Auf Anfrage einer älteren Dame mit Gehbehinderung fand das Ausfüllen der Vorsorgemappe auch direkt Zuhause vor Ort statt.
„Die älteren Menschen sind so dankbar für die Unterstützung und die Zeit, die wir uns für sie nehmen“*, so berichtet eine Seniorenlotsin.
Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen jeglicher Art ist ein weiteres Angebot in der Anlaufstelle. Seniorenlotsen, die beruflich damit zu tun hatten, geben nun gern ihr Wissen weiter.
Seniorengerechte Wohnungen in Saerbeck sowie die Umgestaltung und Finanzierung bestehenden Wohnraums in ein barrierefreies Zuhause waren zudem von Interesse.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Nachbarschaftshilfe in der Gemeinde gut funktioniert und der große Bedarf an Sprechstunden wie vermutlich in anonymen Städten in kleinen Gemeinden nicht gegeben ist. Daher stellten die Seniorenlotsen neben den Sprechstunden ein ansprechendes Programm mit Themenabenden zusammen, die nicht nur den Nerv älterer Menschen treffen.
Das Thema „Bewegung und Fitness im Alter“, ein Abend mit Theorie und Praxis, setzten ein Seniorenlotse, der gleichzeitig Lizenztrainer ist, und ein Sportmediziner erfolgreich um. Im Anschluss meldeten sich reichlich Motivierte direkt zum wöchentlichen individuellen „Training“ beim Seniorenlotsen an.
Vorträge über die Therapien mit Bienengift oder mit Blutegeln machten viele neugierig auf die naturkundliche Behandlung von Schmerzen und Krankheiten, nicht nur im Alter.
Licht ins Dunkle brachte der Themenabend über die verschiedenen Pflegegrade und die daraus resultierenden Leistungen der Pflegeversicherung. Der Vortrag „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ zeigte mit über 50 Teilnehmern den großen Bedarf an Informationen zu diesem Thema. Ein Allgemeinmediziner und ein Jurist gaben auf verständliche Art Einblick in die Materie und stellten sich kompetent den Fragen der Teilnehmer.
Das Fazit lautet also: Es war ein Jahr voller neuer Erfahrungen und voller ehrenamtlichem Engagement vonseiten der Seniorenlotsen. Mit gutem Erfolg wurden die Themenabende der Seniorenlotsen angenommen, wohl auch, weil sie die Fragen und Bedarfe der älteren Menschen getroffen haben. Eine Fortsetzung folgt!
Bei Interesse an der Arbeit der Seniorenlotsen und an weiteren Themenabenden gibt es Infos im Mehrgenerationenhaus Saerbeck unter Tel. (025 74)8666 oder mgh@kolping-saerbeck.de.

 


Ambulantes Pflegesystem soll Patienten und Pflegebedürftigen ein eigenständiges Leben ermöglichen

Buurtzorg – neue Wege der häuslichen Pflege

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Deutschland ständig, es gibt aber immer weniger Pflegekräfte. Sowohl in der stationären als auch der ambulanten Pflege. Es ist deshalb dringend erforderlich, neue Wege zu gehen. Dieses Fazit zieht Frau Ute Kammer vom Impulse Pflegedienst im Gespräch mit der „Spätlese“, das Günther Sievers geführt hat.
Frau Kammer bedauert, dass ein bereits seit mehr als zehn Jahren in den benachbarten Niederlanden erprobtes und außerordentlich gut funktionierendes System der häuslichen Pflege in Deutschland so wenig bekannt ist und oft auch ignoriert wird.
Worum geht es? Im Jahr 2007 hat der Niederländer Jos de Blok, selbst Pflegekraft, in Almelo unter dem Namen „Buurtzorg“ ein neues Modell der häuslichen Pflege eingeführt. Der Name bedeutet so viel wie „Nachbarschaftshilfe“ und steht für ein ambulantes Pflegesystem, das den Patienten und Pflegebedürftigen ein eigenständiges Leben ermöglicht und ihre Selbstfürsorge aktiv fördert.
Von diesem Projekt sind Frau Kammer und Gunnar Sander (Sander Pflege GmbH) so begeistert, dass beide Pflegedienste im September 2017 einen Kooperationsvertrag mit Buurtzorg abgeschlossen haben, mit dem Ziel, dieses Projekt auch in Deutschland einzuführen.
Was ist das Besondere an diesem Projekt? Frau Kammer berichtet von einem gemeinsamen Besuch bei Patienten mit einer Buurtzorg-Mitarbeiterin. Dabei hatte sie ein Schlüsselerlebnis:
Ein Patient mit einem künstlichen Darmausgang klagt über massive Bauchschmerzen. Der deutsche Pflegedienst würde wohl zunächst einen Arzt rufen, der nach Untersuchungen vielleicht den Patienten in ein Krankenhaus einweisen würde. Die Buurtzorg-Mitarbeiterin jedoch hat in einem Gespräch mit der Ehefrau des Patienten erfahren, dass er sehr viel Kohl gegessen hat. Die Frau war nicht informiert, dass Kohl bei derartigen Patienten zu außerordentlichen Schmerzen führt. Am nächsten Tag war alles wieder in Ordnung.
Dieses Beispiel zeigt, wie selbstständiges Handeln und Denken der Pflegedienst-Mitarbeiter nicht nur den Patienten, sondern auch dem Gesundheitssystem helfen kann. Aufgrund des straffen Zeitplans der Mitarbeiter im deutschen Pflegesystem haben diese kaum Zeit, sich auch gedanklich mit den Patienten zu befassen.
Wie funktioniert „Buurtzorg“? Die Pfleger arbeiten eng mit Patienten und Angehörigen zusammen und sind nicht nur Ausführende der Pflegedienstleiter oder Mediziner. So ist ein personenorientiertes effektives Vorgehen möglich, wodurch zeitliche und finanzielle Ressourcen deutlich besser genutzt werden können als bisher. Die Pflegenden organisieren und koordinieren die gesamte Unterstützung und stehen in direktem Kontakt mit Ärzten, Krankenhaus, Physiotherapeuten und anderen Spezialisten. Vor allem aber beziehen sie Angehörige, Freunde, Nachbarn und mehr mit ein.
So könnten Angehörige zu den Abendstunden Medikamente verabreichen, die vorher von den Pflegekräften sortiert worden sind, oder Kompressionsstrümpfe ausziehen, wofür sonst der Pflegedienst kommt, was Zeit und Geld kostet. So wird die eigentliche Pflege aufgewertet durch einfache Handreichungen der Angehörigen. Auch ein ständiger Wechsel der Pflegekräfte wird dadurch vermieden.
Für die Pflegenden ändert sich ebenfalls einiges: Ihre eigentliche Profession bekommt mehr Gewicht. Sie sind zwar bei einem Pflegedienst angestellt, arbeiten aber selbstständig mit eigenem Budget und entscheiden, wer in ihr Team darf. Sie übernehmen Verantwortung. Dazu werden sie von Verwaltungsaufgaben entlastet.
Bei Buurtzorg dreht sich alles um Teamarbeit. Die eigenverantwortliche Planung und Steuerung der Pflege steht im Mittelpunkt.
Auch das Gesundheitssystem profitiert neben Patienten und Pflegekräften. Die Attraktivität der Pflegeberufe wird gesteigert, die Patientenzufriedenheit erhöht und die Kosten der Pflege gesenkt. Deshalb wird das Projekt der beiden Pflegedienste Impulse (Emsdetten) und Sander (Hörstel) auch von regionalen politischen und wirtschaftlichen Akteuren unterstützt und von der FH Münster wissenschaftlich begleitet.
Warum hat sich das System hier noch nicht etabliert? Ein wesentlicher Faktor ist, dass vorhandene Pflegekräfte, die für dieses System infrage kämen, zu große Angst vor der Verantwortung haben, etwas Neues zu tun. Die Tätigkeit, also die eigentliche Pflege, bleibt wie bisher. Lediglich die eigenverantwortliche Zeit- und Tourenplanung  gemeinsam mit mindestens drei anderen Pflegekräften im Team ist neu. Und davor haben viele Angst. Finanziell hat das System für die einzelnen Mitarbeiter keine Konsequenzen, da sie weiterhin Angestellte eines Pflegedienstes sind. Frau Kammer erinnert an die früheren Gemeindeschwestern, die auch selbstständig, allein und in Zusammenarbeit mit den Angehörigen ihre Arbeit machten. Auch bei Buurtzorg werden Ehrenamtliche eingebunden, die professionell koordiniert werden.

 


Osterspaziergang im Teutoburger Waid verspricht naturbelassene Wege und abwechslungsreiche Landschaften

Auf Teutoschleifen durchs Frühjahr
Von Bärbel Weßling

Wir haben uns lange danach gesehnt: Der nasskalte Regen, der späte, eisige Winter haben uns vergessen lassen, wann wir zuletzt die wärmende Sonne genießen durften.
Doch nun spüren wir, dass sich der Frühling durchsetzen will. Vögel bauen ihre Nester, ringsum beginnt es zu grünen und zu blühen, die Natur erwacht zu neuem Leben. Der Frühling ist eben eine ganz besondere Jahreszeit!
Was gibt es Schöneres, als ihn zu Ostern bei einem Spaziergang zu begrüßen.
Bei uns im Kreis Steinfurt bietet sich besonders die malerische Landschaft des Tecklenburger Landes an, die uns mit den ersten Frühblühern willkommen heißt. Lila Märzveilchen, das gelbe Scharbockskraut und besonders das weiße Buschwindröschen sind eine unglaublich schöne Augenweide und lassen uns schnell die trüben Tage vergessen.
Auf sieben „Teutoschleifen“ haben Wanderer die Qual der Wahl, ob sie sanfte Steigungen vorziehen oder lieber wadenfordernde Bergetappen wählen möchten.
Teutoschleifen sind Rundtouren mit einem hohen Anteil naturbelassener Wege, abwechslungsreichen Landschaften, wenig Verbunddecke und „unverlaufbarer“ Markierungen. Am Weg finden sich stets viele Gastbetriebe, die sich auf Wanderer eingestellt haben. Sie ergänzen das Angebot des Hermannsweges um attraktive Halbtages- oder Tagesrundtouren zwischen sechs und 17 Kilometern Länge.
► Bevergerner Pättken: Startpunkt Hörstel-Bevergern, Westfalenstraße 80, sieben Kilometer. Gehzeit zwei Stunden, 83 Höhenmeter: Sehenswürdigkeit: Kloster Gravenhorst.
► Waldauenweg: Startpunkt Hörstel-Riesenbeck. Am Teutohang 125, sechs Kilometer, Gehzeit eindreiviertel Stunden. 98 Höhenmeter; Sehenswürdigkeiten: Kloster Gravenhorst, NaturaGart Dörenthe.
► Dörentber Klippen: Startpunkt Wanderparkplatz Dörenther Klippen. 9.5 Kilometer. Gehzeit dreieinviertel Stunden, 405 Höhenmeter: Sehenswürdigkeiten: Sommerrodelbahn. NaturaGart
► Tecklenburger Bergpfad: Startpunkt Tecklenburg, Am Weingarten, 10,5 Kilometer. Gehzeit dreieinhalb Stunden. 315 Höhenmeter: Sehenswürdigkeit: Altstadt Tecklenburg mit Modersohn-Museum
► Canyon Blick: Startpunkt Lengerich. Am Kleeberg, elf Kilometer. Gehzeit dreidreiviertel Stunden. 356 Höhenmeter: Sehenswürdigkeiten: Leeden. Lengerich
► Holperdorfer: Startpunkt Lienen. Holperdorfer Str. 39. 13 Kilometer, Gehzeit viereinhalb Stunden, 392 Höhenmeter: Sehenswürdigkeit: Lienen
► Heiliges Meer. Startpunkt Ringhotel Mutter Bahr, Nordbahnstr. 39, Ibbenbüren-Uffeln. neun Kilometer. Gehzeit zweieinviertel Stunden. 70 Höhenmeter; Sehenswürdigkeit:Naturkundemuseum Heiliges Meer.
Wer den Frühling unter Anleitung begrüßen möchte, ist herzlich eingeladen zu den Exkursionen der Biologischen Station Steinfurt.
Im April gibt es folgende Angebote;
► Talaue Haus Marek. Sonntag. 8. April, um 10 Uhr: Es handelt sich um eine Frühblüherexkursion durch die Talaue. Treffpunkt ist das Naturschutzzentrum Haus Marek. Tecklenburg. Der Kalkzug des Teutoburger Waldes und die Aue des Wechner Mühlenbaches bieten ideale Bedingungen für eine üppig blühende Frühlingsvegetation.
► Am Samstag. 21. April, um 18.30 Uhr gibt es einen Frühlingsausflug ins Recker Moor. Treffpunkt ist der Parkplatz am Libellenturm in Recke.
► Ein botanischer Spaziergang zum Thema „Frühjahrsblühern auf der Spur“ wird angeboten am Freitag. 28. April, um 14.30 Uhr in Altenberge-Hansell. Treffpunkt ist an der Kirche.
Der besondere Tipp:
► Die Biologische Station Steinfurt bietet am Samstag, 18. August, um 15 Uhr eine Exkursion an für Menschen, die schlecht zu Fuß oder mit Rollator unterwegs sind. Treffpunkt ist der Parkplatz am Schnepfenturm, Recker Moor. Zur Zeit der Heideblüte entfaltet das Recker Moor einen besonderen Reiz. Aber nicht nur die Heide, auch andere Pflanzen stehen in Blüte und Schmetterlinge, Libellen und Vögel sind unterwegs.

 


Hilfe beim Deutsch lernen

Die Beschulung von neuzugewanderten Schülern und Schülerinnen ohne ausreichende Deutschkenntnisse stellt die Marienschule, städtische Gemeinschaftshauptschule der Stadt Emsdetten, insbesondere seit Herbst 2015 vor neu zu bewältigende Herausforderungen. Zu diesem Zeitpunkt wurden mehr als 90 Schüler mit Zuwanderungsgeschichte und ohne Deutschkenntnisse an der Marienschule beschult. Seit Anfang 2016 engagieren sich ältere Bürger aus der Stadt Emsdetten ehrenamtlich und unterstützen die Schüler beim Erwerb der deutschen Sprache. Zunächst waren es zwei ehrenamtliche Kräfte, die einzelne Schüler im Bereich Mathematik und Sprache, vor allem Lesen und Schreiben, unterstützten. Die Zahl der Ehrenamtlichen wuchs zwischenzeitlich auf zwölf Personen an und liegt aktuell bei neun Helfern.
Unterstützend wirken diese Kräfte im Bereich Spracherwerb und Mathematik für jeweils ein bis zwei Stunden am Nachmittag. Hier wird wiederholt und geübt, was die Schüler vormittags im Deutsch als Zielsprache-Unterricht (DaZ) gelernt haben. Damit soll es gelingen, ihnen den Anschluss an den Regelunterricht zu erleichtern.
Mittlerweile hat die Mehrzahl der Schüler die deutsche Sprache so gut gelernt, dass sie als Regelschüler am Regelunterricht teilnehmen und auf den Hauptschulabschluss vorbereitet werden können. Zahlreiche dieser Schüler haben die Marienschule bereits mit dem Hauptschulabschluss verlassen oder sind auf andere Schulen gewechselt.
Zurzeit ist die Zuwanderung relativ gering, sodass immer weniger Schüler eine zusätzliche Lernförderung im Bereich Deutsch als Zielsprache benötigen.

 


Wohnmodelle, die den aktuellen Lebenssituationen von Senioren gerecht werden

Gemeinsam für eine gute Pflege

Die besinnlichen Tage der Weihnachtszeit liegen hinter uns, das neue Jahr hat begonnen. In der Weihnachtszeit sind die Familien zusammengekommen, haben gemeinsam gefeiert und gemeinsam große und kleine Traditionen gewahrt.
Mitten zwischen diesen schönen Momenten mag sich der ein oder andere bei gemischten Gefühlen ertappt haben und sich diese oder ähnliche Fragen gestellt haben:
Wie lange werde ich eigenständig in meinen liebgewonnenen vier Wänden leben und kann meine Kinder an Weihnachten zu mir einladen, sie umsorgen und verwöhnen? Wer wird die liebgewonnenen Weihnachtsbräuche pflegen, wenn ich es nicht mehr kann? Gerade bei vielen älteren Emsdettenern stellen sich derartige Fragen.
Um Unterstützung anbieten zu können, die der aktuellen Lebenssituation und dem derzeitigen Bedarf gerecht wird, haben sich die Sander Pflege und der Impulse Pflegedienst zusammengetan.
Für Emsdettener, für die die selbstständige Versorgung zunehmend beschwerlicher wird, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: die Menschen, die in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben wollen, können unter anderem durch den Impulse Pflegedienst zuhause versorgt werden. Ebenfalls möglich ist eine Betreuung in der Tagespflege Kiek In oder der Umzug in das betreute Wohnen am Mühlenbach in Kombination mit ambulanter Pflege.
In der ambulanten Versorgung wird zudem in Emsdetten eine Besonderheit geboten: Durch die Einführung des niederländischen Buurtzorg-Modells (siehe eigener Bericht) kann die Eigenständigkeit im Alter durch Einbindung von Nachbarn, Freunden und Verwandten noch besser gewahrt werden. Bei größerem Pflegebedarf ist der Einzug in eine der beiden Wohngruppen (Am Mühlenbach oder Villa Noel in Sinningen) oder in das Haus Lindengrund ratsam.
Mit den unterschiedlichen Angeboten kann es ermöglicht werden, lange im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Wenn ein Umzug in eine stationäre Einrichtung notwendig wird, können Möbel mitgenommen werden und so im neuen Umfeld Vertrautheit schaffen. Zudem werden feste Rituale durch den Sozialen Dienst gepflegt. Sei es das gemeinsame Kochen und Singen, das Basteln und Backen zur Weihnachtszeit oder das Erntedankfest. Darüber hinaus wird es den Bewohnern ermöglicht, weiter am Ortsgeschehen teilzuhaben. Angefangen von der Zeitungsrunde über Besuche von ortsansässigen Vereinen bis hin zu Ausflügen zu den früheren Wohn- und Wirkungsstätten wird viel ermöglicht.
Neben der Erhaltung von Tradition wird auch das Erleben von Neuem ermöglicht. Durch die beiden aus Nigeria stammenden Auszubildenden, George und Juliet, werden Einblicke in eine andere Kultur ermöglicht und durch die enge Kooperation mit Kindergarten und Schulen wird ein generationsübergreifender Austausch gelebt.
Auch für rüstige Rentner, die noch keinen Pflegebedarf haben, wird Erleichterung im Alltag geboten. Neben Berufstätigen aus Emsdetten und Greven begrüßt die Schlemmerkantine in der Gustav-Wayss-Straße unter der Woche viele Ruheständler, für die sich das tägliche Kochen nicht lohnt.
Doch nicht nur den Älteren soll es gut gehen, auch für das Pflegepersonal wird gesorgt. Es genießt gutes Arbeitsklima und auch ein breites Sportangebot. Dazu zählen beispielsweise Yogakurse und Massagen zur Entspannung nach ereignisreichen Arbeitstagen.
Es lässt sich in Emsdetten also in jungen Jahren gut arbeiten und im Alter gut leben. Mit so viel Freiheit wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig – im vertrauten Umfeld mit liebgewonnenen Traditionen.

 


Hausgemachte Hühnersuppe als Medizin gegen Grippe

Ein Suppenrezept als Lohn
Von Beate Schilling

Wie so viele Menschen im Winter 2018 hat es auch mich erwischt – die Grippe. Da fällt es mir wieder ein: Eine gute Hühnersuppe bewirkt Wunder, zumindest bei mir. Vielleicht ist es auch Aberglaube, aber der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Ein Rezept für eine gute Hühnersuppe hat unsere Großmutter uns aufgeschrieben, und das kam daher:
Mein Vater kam als Schmied und Hufschmied oft auf Bauernhöfe, denn der Schmied musste zu ihnen auf den Hof kommen. Einmal hatte er ein ganz besonderes Erlebnis, was ihm immer in Erinnerung geblieben war.
Er kam auf einen Hof, wo der Bauer ein begeisterter Geflügelzüchter war. Die Hühner waren sein Ein und Alles. Er
hatte die größte Brutmaschine im ganzen Kreis Borken. Mit frischen Eiern und Schlachtgeflügel fuhr er einmal pro Woche „in Bergske“ ins Ruhrgebiet. Da Geld in den Nachkriegsjahren keinen Wert hatte, wurde getauscht. Wie dann so ein Geschäft ablief hat mein Vater mir erzählt. Zum Beispiel: „Heini, gib mich 100 Küken und ich gib dich den Wasserschlauch.“
„Der Wasserschlauch ist tip top in Ordnung, da kannse dann deinen Hühnerstall fein sauber halten und die Hühner danken dich dat mit noch mehr Eierkes legen.“
„Is goud Kowalski, dann do wi dat so.“
Von der Bauersfrau, die meinem Vater die geleistete Arbeit bezahlen sollte, erhielt mein Vater ein großes, schon sauber gemachtes Suppenhuhn. Dazu gab es das Rezept für die Hühnersuppe. Die Bauersfrau sagte damals zu meinem Vater: „De Suppe ist goud teggen all’s.“ Später hieß es dann in unserer Familie, besonders bei Grippeerkrankungen: Mit einem Teller Hühnersuppe wirst du schon bald gesund werden. Den Bauernhof mit den vielen Hühnern gibt es heute nicht mehr, das Rezept von Großmutter gibt es jedoch noch immer. Das große Glück für jeden Mann ist eine Frau, die Suppe kochen kann.

 


Rezept des traditionellen Hefeteigs

Karfreitag gibt es Struwen
Von Bärbel Weßling und Günther Sievers

Bei gläubigen Christen kommt zu Karfreitag weder Wurst noch Fleisch auf den Tisch. Aber auch nicht jeder mag Fisch. Im Münsterland gibt es zum Ende der Fastenzeit oft einen besonderen Klassiker, für den es viele Namen gibt.
Im nördlichen Münsterland sind Struwen, Püfferchen oder Püfferkes kulinarische Stars zu Karfreitag.
Diese kleinen Hefepfannkuchen, oft mit Rosinen verfeinert, werden in Öl gebacken und frisch aus der Pfanne serviert. Dazu gibt es Zucker und Zimt oder Apfelmus.
Der Name Struwen leitet sich vom altsächsischen Wort „struva“ ab, was so viel wie „etwas Krauses“ bedeutet. Der Name „Struva“ wurde schon in einer Urkunde von Bischof Erpho zu Münster aus dem Jahre 1090 erwähnt, in der den Klosterfrauen des Klosters Freckenhorst an verschiedenen Feiertagen zum Abendessen eine Speise gereicht werden solle, die im Volksmund allgemein „struva“ genannt werde. Karfreitag wurde in dieser Urkunde nicht ausdrücklich genannt.
Struwen bestehen üblicherweise aus Hefeteig, dem meistens Rosinen beigegeben werden. Der Teig wird zu flachen Fladen geformt und in der Pfanne von beiden Seiten gebraten.
Zutaten des Struwen:
• 500 Gramm Mehl
• 375 Milliliter Milch
• 40 Gramm Hefe
• 125 Gramm Rosinen
• 30 g Butter
• 2 Esslöffel Zucker
• I Prise Salz
• 3 Eier
• Öl/Butter zum Braten
Zubereitung:
Hefe mit lauwarmer Milch anrühren und einen Moment gehen lassen. Mehl in eine Schüssel geben und mit der Hefe anrühren und eine viertel Stunde aufgehen lassen. Dann die restlichen Zutaten zugeben und den Teig geschmeidig schlagen. Den Teig eine Stunde aufgehen lassen. Im Anschluss Öl in der Pfanne erhitzen und kleine, goldbraune Fladen backen, jeder etwa acht Zentimeter im Durchmesser. Die Struwen warm servieren.
Sie schmecken besonders gut mit Zimt und Zucker.