Schon mittendrin: die 5. Jahreszeit

Karneval, Fasching, Fassenacht oder Fastelovend, überall wird die fünfte Jahreszeit anders genannt. Die Hochburgen bei uns sind das Rheinland, Rheinhessen, Südhessen, das Münsterland und die schwäbisch alemannische Fastnacht.

Die Geschichte geht sehr weit zurück. Im Mittelalter feierte man im 12. bis 16. Jahrhundert ab dem 6. Januar Narrenfeste in Kirchen, jedoch nicht offiziell kirchlich. Sogar am 28. Dezember, dem Tag der Kinder, wurden ein Pseudopapst sowie ein Kinderbischof gekürt. In Gestalt von Prozessionen wurden die Einwohner am Fest beteiligt. Auch während der Karnevalstage waren Narren- oder Eselsmessen weit verbreitet. Im Jahr 1296 wurde lt. Chronik in Speyer vom Unwesen der Fastnacht berichtet.

Im sog. Eidbuch der Stadt Köln wird das Wort Fastelovend im März 1341 erwähnt, mit der Bemerkung, dass der Rat kein Geld mehr dafür bewilligen darf, zumal diese Zahlungen an die wohlhabenden Bürger gingen, die später Patrizier genannt wurden. Immer wurden Feste mit Narrenkleidung gefeiert, jedoch blieb es nirgends beim richtigen Termin.

Anders 1729, als im Kloster Mauritius in Köln die Nonnen in weltlicher Verkleidung durch die Hallen tanzten. Das war vermutlich der  erste Donnerstag als Weiberfastnacht. In Deutschland gibt es den Begriff „Karneval“ offiziell seit dem 17. Jahrhundert; angeblich geht er auf den lateinischen Namen „carrus novalis“ zurück, was soviel wie Schiffskarren heißt und später Narrenschiff.

Noch so viel gäbe es zu schreiben über Bräuche und Sitten zu Karneval. Als Beginn der Narrenzeit und damit als Anfang der 5. Jahreszeit   gilt aber fast überall der 6. Januar. Also: auf in den Karneval,  denn am Aschermittwoch ist   alles vorbei.

Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt ?
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1852)

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