Die Kinder der Utopie – ein einzigartiger Kinoabend

DIE KINDER DER UTOPIE: ein Film – ein einziger Kinoabend in ganz Deutschland – viele Gespräche über Inklusion. Waren Sie am 15. Mai auch dabei?

Einen Abend lang redet Deutschland über Inklusion – aber entspannter und lösungsorientierter als je zuvor!

Der Film DIE KINDER DER UTOPIE wurde nur an einem einzigen Abend in den deutschen Kinos gezeigt: am Mittwoch, dem 15. Mai 2019. An diesem Aktionsabend wurde das Kino zum Erlebnisort: In Gesprächsrunden wurde ein Raum zum Nachdenken und Erfahrungsaustausch über Inklusion geschaffen.

Der Film wurde an diesem Tag in mehr ca. 170 Städten in ganz Deutschlands gezeigt. 

Im Cinetech  Emsdetten waren die Zuschauer begeistert von dem ruhigen, unaufgeregten Film, der das soziale Miteinander von 6 ehemaligen Klassenkameraden  einer Inklusionsklasse zeigte. 3 von ihnen behindert, 3 ohne Einschränkungen.  Erstaunlich, wie die Grenzen zwischen behindert und nicht behindert zerfließen, wenn man sich darauf einlässt und die Berührungsängste zur Seite schiebt. Auf sozialer Ebene muss man sich wirklich die Frage stellen, wer hier mehr vom anderen lernt.

Im an den Film anschließenden Gespräch stellte sich rasch heraus, dass eigentlich alle anwesenden Personen den inklusiven Unterricht befürworten. Einige Lehrer im Publikum merkten an, dass es sich bei der Darstellung im Film wohl wirklich um Utopie handelt. Personalmangel, Schulstruktur und enormer Leistungsdruck würden diesen Idealzustand der Beschulung kaum möglich machen. Herr Gesenhues aus dem Publikum merkte noch an, dass nicht nur die kognitiv Beeinträchtigten, sondern auch sinnesbeeinträchtigte Schüler in Emsdetten nicht beschult werden, sondern wie die tauben Kinder  seiner Bekannten täglich zur Schule nach Dortmund mussten. Ebenfalls lassen die örtlichen Begebenheiten in den meisten Schulen in Emsdetten eine Beschulung Körperbehinderter nicht zu.

Fazit des Abends: Zur optimalen Inklusion ist es noch ein weiter Weg, es gibt noch viel zu tun; für Staat, Schulen, Lehrpersonal, aber vor allem für jeden einzelnen von   uns. Inklusion fängt im Kopf an. Daran sollten wir alle denken! Keine Berührungsängste, wir sind alle doch nur Menschen.

Text und Foto: Reinhild Thamm-Krake, Beirat für Menschen mit Behinderung

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