Silvester-Kartenspiel und Neujährchen

Noch gut kann ich mich an die Zeit früher zwischen Weihnachten und Silvester erinnern. Dann war die Schmiede bei uns geschlossen, ich musste Rechnungen schreiben und meine Oma, später machte das meine Mutter, hatte mit meinen Schwestern jede Menge Neujährchen gebacken. Die wurden, wenn sie noch heiß waren, gerollt und in eine große Blechdose gelegt.

An Silvester kamen meist drei Nachbarn zum Kartenspielen zu uns. Natürlich wurde dabei das ein oder andere Schnäpsken getrunken und fleißig Neujährchen gegessen. Mit dem Rauch der dicken Zigarren, die natürlich beim Kartenspiel nicht fehlen durften, konnte man schon bald die „Hand vor Augen“ nicht mehr sehen. Und je später der Abend wurde, war die Stimmung beim Kartenspiel immer lauter. Die Frauen saßen vorne im „Besten Zimmer”, natürlich auch mit Neujährchen und Aufgesetztem.

In einem Jahr ist es passiert, dass keine Neujährchen am Neujahr für uns Kinder übrig waren. Aber daraus waren wir schlau geworden, im Jahr darauf haben wir uns vor dem Silvester-Kartenspielen heimlich Neujährchen aus dem Keller geholt. 😆 Ob unsere Mutter es gemerkt hat? Gesagt hat sie nie etwas.

Und nun das Rezept für die leckeren Neujährchen:

Aus dem alten Kochbuch der Schwestern des hl. Franziskus in Freckenhorst
100 g Butter werden schaumig gerührt, unter stetem Rühren 2 ganze Eier, 250 g Mehl und 3/8 Liter Milch hinzufügen. Nach Belieben 1-2 TL Anissamen in die Masse geben. Das Kucheneisen einstellen, je nach gewünschtem Bräunungsgrad.
1 TL Teig in die Mitte des Eisens geben und das Eisen langsam zudrücken. Nach dem Backen sofort über ein Rollholz biegen. Zum Aufbewahren legt man die Neujährchen in eine Blechdose. Heute gibt es jedoch auch andere Aufbewahrungsmöglichkeiten, wie Tupper usw. Trocken müssen sie auf jeden Fall aufbewahrt werden, da feuchte Luft sie sofort weich macht.

Viel Spaß beim Backen !!

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