Unsere Schulzeit in den 1960er Jahren

Lange habe ich überlegt, ob wir am Tag der Einschulung mit den Schultüten in die Schule gegangen sind. Von meinen Freundinnen konnte sich kaum eine erinnern. Eine hatte eine geliehene Schultüte für ein Foto, die nächste wusste noch ihre erste Hausaufgabe, wieder eine andere konnte sich an ihren Palmstock erinnern. Mehrere hatten keine Schultüte, sodass ich glaube, wir haben sie nicht mit in die Schule genommen.

Heute müssen es ja selbstgebastelte Schultüten sein – allein die kosten schon ein kleines Vermögen.

Wir gingen also mit der Mutter (Vater musste arbeiten) in die Kirche und anschließend in die Schule. Der Nachmittag lief ab wie immer, ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwo ein Fest wegen der Einschulung gefeiert wurde.

Morgens machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Schule. Kein Kind wurde mit dem Auto zur Schule gebracht. Das Auto, falls überhaupt vorhanden, hatte der Vater mit zur Arbeit. Auf dem Schulplatz wurde gespielt, bis es schellte. Dann mussten wir uns in Reihen aufstellen, immer zu zweit, jede Klasse für sich. Dann ging es in den Klassenraum. Sobald der Lehrer oder die Lehrerin den Raum betraten, mussten wir alle aufstehen und sie im Chor begrüßen.

Ich erinnere mich noch, dass wir in den ersten Jahren immer mit einer gestärkten Schürze über der Kleidung in die Schule gegangen sind. Lange Hosen durften einige von uns nur tragen, wenn sie einen Rock darüber trugen. Wir hatten eine Lehrerin, in unseren Augen schon urmelalt (vielleicht 50), die kaute während der Schulstunden immer Katjes. Wir fanden das so faszinierend, dass wir uns, wenn es das Taschengeld erlaubte, auch eine Tüte kauften.

Während unserer Grundschulzeit  wurden wir zu 60 Kindern in der Aula der Schule unterrichtet. Ich sehe schon die Beschwerden in der Schule eintreffen, wenn das heute so gemacht würde.

Wir waren natürlich keine Engel, einige der Jungen bekamen den Stock der Lehrerin ordentlich zu spüren. Wenn ich darüber nachdenke, waren wir zu der Zeit gerade 7 oder 8 Jahre. Ich habe nachgesehen: die Prügelstrafe war in Schulen bis 1973 erlaubt.

In den Pausen spielten wir „am Osterfesterbahnhof“, vielleicht könnnen sich noch einige daran erinnern, oder  „hümpeln“ und auch „Gummitwist“. Nachmittags wurden erst die Hausaufgaben erledigt, und dann ging’s raus zum Spielen. Ein Telefon spielte in unserem Leben keine Rolle – wir gingen raus auf die Straße oder klingelten bei den Nachbarn, und schon war jemand da zum Spielen.

Ja, so war das in den 60er Jahren.

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