Mehr als ein Stuhlkreis

Dieser Pavillon ist etwas ganz Besonderes, beherbergt er doch das Jubiläumsprojekt des Netzwerkes Selbsthilfe und Ehrenamt, welches in diesem Jahr 20 Jahre alt wird. Statt schlichten weißen Wänden zeigt der Pavillon ein Tischchen, eine Zimmerpflanze und Fenster mit Aussicht. Bilderrahmen zieren die Wände und es gibt sogar einen Sessel, der so real wirkt, dass man sich hineinsetzen möchte. Vor den bunt designten und bedruckten Wänden stehen echte Stühle, Sessel und Hocker. Einladend, gemütlich. Ein mobiles Wohnzimmer – zum auf- und Abbauen. Sogar einen Teppich wird es vor dem ersten Einsatz noch bekommen.

„Wir wollen dieses Jubiläum dazu nutzen, Selbsthilfe noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und dabei auch neue Zielgruppen zu erreichen“, erklärt Julia Gakstatter. So gestaltete das Team des Netzwerkes in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes einen – keineswegs virtuellen – Chatroom. „Wir bauen den Pavillon als geschützten Raum auf, wollen dort zu unterschiedlichen Themen mit Interessierten ins Gespräch kommen“, so Gakstatter: „Jeder, der Lust hat, kann es einfach mal ausprobieren.“ Erste Station: der Wochenmarkt in Emsdetten. Termin: Samstag, 29. April. Wohnzimmerfeeling statt Stuhlkreis heißt dann die Devise.

Der Titel des Projektes mit dem Pavillon lautet „Chatroom – Selbsthilfe erleben“. Und so soll es auch sein. Ein Erlebnis. Eine neue, niedrigschwellige Methode, um Menschen auf Selbsthilfe aufmerksam zu machen. Das Motto: Einfach mal reinschauen und antesten. Bereits bestehende Selbsthilfegruppen oder Einzelpersonen aus diesen fungieren dabei als eine Art Gastgeber im Pavillon für einen Chatroom zu einem bestimmten Thema. Interessierte können kommen, wieder gehen und dabei, ähnlich wie in den Chatrooms der virtuellen Welt, weitestgehend anonym bleiben.

Eine Chatiquette, die an der gedruckten Wohnzimmerwand hängt, bestimmt dabei die Regeln: „Was hier besprochen wird, bleibt im Raum. Jeder redet von sich und seinen Erfahrungen. Jeder bleibt nur, solange er möchte, kann den Chatroom jederzeit wieder verlassen.“

Themen und Uhrzeiten der Chatrooms bei der Auftaktveranstaltung in Emsdetten sind:
Selbsthilfegruppe – was bringt mir das? (10.00 Uhr); Chronisch krank – und jetzt? (11.00 Uhr); Teilhabe für alle – Freizeitgestaltung für alle? (11.30 Uhr); Hilfe – mein Arzt versteht mich nicht! (12.00 Uhr).

Im aktuellen Jubiläumsjahr tourt das Projekt „Chatroom – Selbsthilfe erleben“ des Netzwerkes Selbsthilfe und Ehrenamt nach dem kommenden Samstag in Emsdetten (29. April) weiter mit dem Wohnzimmer-Pavillon durch den Kreis. Stationen sind am Mittwoch, 14. Juni, Ibbenbüren, Kirchplatz an der Christuskirche, sowie Sonntag, 9. Juli, Rheine, Mathias-Spital.

www.netzwerkselbsthilfeundehrenamt.de

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