94-Jähriger erfindet neuen Super-Akku

Foto: The University of Texas at Austin

Die geringe Ladekapazität der Akkus ist aktuell wohl das größte Problem bei der Entwicklung von Elektroautos. Hohe Preise, bescheidene Reichweiten und lange Aufladezeiten sind weitere Nachteile, die gegen eine uneingeschränkte Alltagstauglichkeit der elektrisch betriebenen Fahrzeuge sprechen. Doch damit könnte in nicht allzu ferner Zukunft Schluss sein.

An der Universität von Texas entwickelte der Physiker und Materialwissenschaftler John B. Goodenough mit seinem Team einen Akku, der alle Defizite der aktuell gebräuchlichen Energiespeicher mit einem Schlag beseitigen kann. Schon häufig wurden bei der Forschung an leistungsstarken Akkus vermeintliche Durchbrüche vermeldet. Aber diesmal könnte es tatsächlich so weit sein.

„Solid-State Battery“ nennt Professor Goodenough seine neueste Erfindung. Statt einer Flüssigkeit verwendet er in seinem neuen Akku feste Glas-Elektrolyte. Das bringt gleich mehrere Vorteile: Kurzschlüsse beim Aufladen, die Brände oder Explosionen auslösen können, sind nicht mehr möglich.

Die Lebensdauer wird erheblich ausgedehnt. Der Akku verkraftete in Tests 1200 Ladezyklen ohne großen Leistungsverlust. Dabei ist er kleiner und leichter als die jetzt verwendeten Elektroauto-Batterien. Bei seiner Produktion könnte auf das teure und seltene Lithium verzichtet werden, denn an seiner Stelle soll Natrium verwendet werden, das unter anderem aus Meerwasser gewonnen werden kann.

Die Speicherkapazität ist dreimal höher als bei herkömmlichen Lithium-Ionen Akkus. Außerdem lassen sich die Batterien in Minuten aufladen, Ladezeiten von mehreren Stunden könnten somit schon bald Vergangenheit sein. Das sind Vorteile, die vor allem die Marktchancen der Elektroautos gravierend verbessern könnten. Aber auch in anderen Geräten könnte der neue Super-Akku seine Qualitäten ausspielen.

Wer ist dieser John Bannister Goodenough? Obwohl er nur Insidern bekannt sein dürfte, ist seine bislang bedeutendste Erfindung aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: der Lithium-Ionen-Akku, den er 1979 entwickelte. Er steckt mittlerweile in nahezu allen mobilen Geräten: in Smartphones, Akkuschraubern, sogar in Flugzeugen wird er verwendet. Und schon 1951 und 1952 erarbeitete er die Grundlagen für den Arbeitsspeicher in Computern.

Professor Goodenough wurde am 25.07.1922 als Kind US-amerikanischer Eltern in Jena geboren. Bei der Bekanntgabe seiner neuesten Erfindung war er also 94 Jahre alt. Ob er die Marktreife und den praktischen Einsatz seiner revolutionären Soild-State Battery je erleben wird, ist fraglich. Denn bis dahin dürften wohl 10 Jahre ins Land ziehen. Aber wer weiß: zuzutrauen wäre ihm auch das.

Und was lehrt uns Senioren das Beispiel dieses ungewöhnlichen Mannes?
Vielleicht: Alter schützt vor Genialität nicht.

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