Weihnachten, Silvester – Neuland für Flüchtlinge?

Am letzten Wochenende beim Weihnachtsmarkt ist es mir besonders aufgefallen: junge Männer – Flüchtlinge – liefen staunend über den Weihnachtsmarkt in Reckenfeld. Hier fällt es ja schneller auf, weil der Markt ja doch überschaubar ist.

In der Kirche traten einige Chöre auf. Die Menschen wurden aufgefordert, herein zu kommen, unter anderem auch die drei jungen Männer, die ich am Anfang beobachtet hatte. Wahrscheinlich hatten sie nicht den Mut, sich einfach umzudrehen, auf jeden Fall hörten sie bis zum Ende zu.

Nachdem wir weiter gebummelt waren, kamen uns die gleichen jungen Männer vor der Kirche entgegen. Jetzt waren es nicht mehr die drei vom Anfang, sondern eine Gruppe von sieben bis acht Leuten. Sie sahen sich staunend die angebotenen Weihnachtsbasteleien an, auch die Weihnachtsbäume wurden bewundert. Dann kam der Nikolaus. Sein Helfer ging zu der Gruppe und bot Stutenkerle an, jedoch nur einige griffen zu, andere drehten sich etwas verschämt um.

Als ich gestern in der Hollinger Bücherei war, konnte ich in den Containern wieder die vielen kleinen Kinder sehen. „Einfach nur rausschauen und die schönen Lichter bewundern“, sagte eine Anwohnerin. „Das machen sie gegen Abend so gerne, dann leuchten die Augen.“

Meine Gedanken sind nun: was könnten wir wohl machen, um diesen Menschen das Weihnachtsfest zu erklären? Vielleicht könnten wir etwas Schönes für sie auf die Beine stellen?

Sicher, es gab den Wunschbaum, die Kirchengemeinde Herz Jesu veranstaltet an der Sporthalle am Martinum von 9 bis 13 Uhr ein Turnier für Kinder ab 3 Jahren, ein Spiel- und Sportturnier am Vormittag des Heiligabends. Eine schöne Idee der Gruppenleiter. Vielleicht hat jemand sonst noch eine Idee? Viel Zeit bis Weihnachten bleibt ja nicht mehr.

Allerdings: Silvester wird  bzw. wurde, solange noch kein Krieg herrschte, in den Herkunftsländern unserer Flüchtlinge auch gefeiert. Meist saß die ganze Familie beim gemeinsamen Abendessen bis zur Nacht zusammen. Genauso wie bei uns, wurden zum Jahreswechsel Raketen und Böller zur Begrüßung des neuen Jahres gestartet. Man traf sich mit den Nachbarn auf der Straße, so wie es auch bei uns üblich ist.

Dieses Spektakel werden unsere Flüchtlinge dann sicher auch verstehen und sich mit uns darüber freuen, dass sie diesmal ein friedliches neues Jahr, ohne Angst und in Freiheit, erleben dürfen.

Nach „lieben“ ist „helfen“ das schönste Zeitwort der Welt.
(Bertha von Suttner)

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