Gesundheitsversorgung – ein Luxusgut?

Dies fragen sich seit geraumer Zeit die Bürger aus dem Kreis Steinfurt, insbesondere in Emsdetten und Borghorst. Es kann und darf doch nicht sein, dass vom Bürostuhl aus entschieden wird, wie mit der Gesundheit der Bürger umgegangen wird.

Genau das wird aber gerade vom Bundesministerium für Gesundheit so gemacht! Die Gesundheitsministerin des Landes NRW, Frau Steffens, sitzt auf ihrem Bürostuhl – sie setzt einen Zirkel auf die Landkarte, um anschließend zu sagen: „Der empfohlene Radius von 20 Kilometern bis zum nächsten Krankenhaus ist gegeben.“

Da fragt man sich doch allen Ernstes, ob die Politiker aus Düsseldorf und Berlin den Bezug zum realen Leben verloren haben. Es geht hier um die Arbeitsplätze vieler Bürger und vor allem um unsere Gesundheitsversorgung!

Bevor der Schritt vollzogen wird, irgendein Krankenhaus aus dem Bettenplan zu streichen, sollte man sich doch vor Ort zumindest ein Bild von den Krankenhäusern machen. Sollte man schauen, in welchem baulichen Zustand diese Häuser sind. Sollte man sich überzeugen, ob es zum Wohle der Gesundheit ist, in dieser Region überhaupt ein Krankenhaus zu schließen.

Auch ist es sehr bedenklich, wenn ein insolventes Krankenhaus von einem Bieter übernommen werden soll und dafür noch Geld von Kreis und Land fordert. Im normalen Leben muss eine Immobilie gekauft werden. Natürlich wäre es schön, wenn man eine Immobilie erwerben möchte und dafür noch Geld vom Kreis bzw. Land oder Kirche bekommt.

Jetzt aber mal allen Ernstes: Wie weit ist es hier in Deutschland mit unserer Politik im Gesundheitswesen gekommen? Das sollen diejenigen sein, die wir gewählt haben? Wir können und wollen das nicht glauben.

Wie hier in der Zeitung zu lesen war, hatte der Bürgermeister vor nicht allzu langer Zeit ein Gespräch mit der Landesgesundheitsministerin Frau Steffens in Düsseldorf, um den Gesundheitscampus für Emsdetten vorzustellen. 10 Minuten haben Frau Steffens und ihre Kollegen aus der Politik das angehört, bevor sie sich ihrem Tablet widmete und den Worten des Bürgermeisters nur noch mit einem Ohr folgte. Nach der Anhörung kam ganz lapidar der Spruch, dass es vom Land dafür kein Geld geben wird.

Und wieder setzte sie ihren Zirkel an um zu sagen, dass die Gesundheitsversorgung der Emsdettener doch gewährleistet sei, da wir doch im 20-km-Radius liegen. Hätte Frau Steffens sich auch nur einmal die Mühe gemacht, den Zirkel auf Emsdetten zu setzen, dann hätte sie gesehen, dass auch von Emsdetten aus mit dem 20-km-Radius alle Orte abgesichert wären.

Es heißt für uns, endlich wach zu werden. Wach werden, auch was unsere Steuergelder angeht und mit denen umgegangen wird, als wenn es Spielgeld wäre. Da wird der Gesundheitsministerin Steffens ein Projekt angeboten, welches sogar gefördert werden soll, und sie hat nichts Besseres zu tun, als wiederum ihren Zirkel anzusetzen.

Am kommenden Samstag fahren wir Emsdettener zur Demo nach Münster. In Münster wird vor der Bezirksregierung und dem Bischofssitz demonstriert. Auch wenn die Kirche immer wieder beteuert hat, sie habe mit der ganzen Sache nichts zu tun: Wir aber wissen, dass dieses nicht so ist und die Kirche sehr wohl damit was zu tun hat!

Es geht um unsere Gesundheitsversorgung, darum, im Bettenplan zu bleiben und um unsere Steuergelder, dafür sollten wir kämpfen. Wir sollten zeigen, dass man mit uns so nicht umgeht. Die Demo startet am Samstag um 11.00 Uhr auf dem Domplatz gegenüber der Bezirksregierung. Dort sollten alle Emsdettener ihren Unmut kundtun und zeigen, dass man mit unserer Gesundheit so nicht umgeht und dass die Bürger durchaus gewillt sind, hierfür auch zu kämpfen! Um den Politikern zu zeigen, dass wir mit deren Vorgehensweise nicht einverstanden sind!

Der neugegründete Verein „Gesundheitsstadt Emsdetten“ unterstützt uns hierbei in allen Belangen, da die Bürgerinitiative sehr eng mit dem Verein zusammenarbeitet. Um eines noch einmal klarzustellen: Uns von der Bürgerinitiative wurde immer unterstellt, dass wir gegen Borghorst und für die Schließung des Borghorster Krankenhauses sind. Dieses ist absolut nicht der Fall. Wenn es nach uns geht, würden beide Häuser erhalten werden. Eines steht aber fest: das Borghorster Krankenhaus steht auch auf der Kippe, mehr denn je. Für die Mitarbeiter, egal ob in Emsdetten oder Borghorst, ist dieses ein untragbarer Zustand – und das mittlerweile seit Jahren.

Am Samstag wollen wir alle unseren Unmut kundtun. Bringt Trillerpfeifen, Rasseln und alles, was Krach macht, mit! Lasst uns gemeinsam für unsere Gesundheitsversorgung kämpfen. Denn die Gesundheitsversorgung ist kein Luxusgut!

(Dieser Artikeltext wurde uns von Berthold Stall, Bürgerinitiative Krankenhaus Emsdetten, übermittelt und ungekürzt übernommen. Die Redaktion)

16 Besucher empfehlen diesen Beitrag (zum Voten bitte klicken)

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*