Der Monat November – ein Monat der Feste und Bräuche

An den Monat November denken wir oft mit einem mulmigen Gefühl im Magen. Meist ist es dunkel, nasskalt, und heftige Herbststürme fegen über’s Land. Man mag am Morgen kaum aufstehen, es ist nebelig und ungemütlich, ein richtiges Hundewetter.

Den Namen Totenmonat oder Nebelmonat hat der November auch wegen seiner Feste, die oft traurig und trüb sind. Es beginnt mit dem 1. November, dem Allerheiligenfest. Allerheiligen ist ein christliches katholisches Kirchenfest, und an diesem Tag wird aller Toten gedacht.

Im Jahr 609 ordnete Papst Bonifatius IV an, das Fest jedes Jahr am Freitag nach Ostern zu feiern. Um die Pilgerscharen besser mit Proviant zu verpflegen, änderte im Jahr 839 Papst Gregor IV den Allerheiligentag auf den 1. November. Dann war die Ernte eingebracht und genügend Essen für die Pilger da. Dieser Termin ist bis heute geblieben.

Es folgt der Allerseelentag am 2. November. Dieser Tag ist im Festjahr der röm.-kath. Kirche das Fest, um durch Gebet, Almosen und Fürbitte die Leiden der „armen Seelen“ im Fegefeuer zu erleichtern. Der Allerseelentag ist vor allen Dingen in Alpenländern mit vielen Volksbräuchen verbunden.

Es geht weiter mit den Feiertagen, am 3. November feiern wir den Tag des heiligen Hubertus. Hubertus (655-727) zog sich nach dem Tod seiner Ehefrau aus allen weltlichen Ämtern zurück. In den Ardennen ließ er sich nach sieben Jahren als Einsiedler zum Priester weihen. Er bekehrte die Menschen zum Christentum und wurde aus diesem Grund auch „Glaubensbote“ genannt.

Der 11. November ist sicher allen bekannt, es ist das Fest des heiligen Martin. In Kindergärten und Schulen werden schon vor dem Martinsfest Laternen gebastelt, Lieder eingeübt. St. Martin wird wegen seiner vielen guten Taten verehrt. Am bekanntesten ist die Legende vom armen Bettler. Dieser saß am Straßenrand und fror. Martin kam vorbei, teilte seinen schönen warmen Mantel und gab dem Bettler einen Teil des Mantels. Dieser war überglücklich und wollte Martin danken, doch dieser wollte keinen Dank.

Weiter haben wir im November den Volkstrauertag. Der Volkstrauertag ist ein weltlicher Feiertag. Er ist der nationale Gedenktag für die Opfer des 1. und 2. Weltkrieges und des Nationalsozialismus, der jährlich am zweiten Sonntag vor dem 1. Advent begangen wird.

Es folgt der Buß- und Bettag, ein evangelischer Feiertag der Besinnung und um Vergebung der Sünden. Ursprünglich wurde dieser Tag vom Staat eingeführt. Im Jahr 1952 wurde in Straßburg der erste Buß- und Bettag begangen. Er war eine Reaktion auf die Kriege gegen das islamische Reich der osmanischen Türken. 1995 wurde dieser Feiertag als staatlich-kirchlicher Feiertag mit Ausnahme von Sachsen in allen Bundesländern abgeschafft, um mit einem zusätzlichen Arbeitstag den Arbeitgeberanteil an der Pflegeversicherung zu finanzieren.

Dann haben wir im November noch den Totensonntag, der letzte Sonntag im evangelischen Kirchenjahr. In den meisten Gemeinden wird an diesem Sonntag ein Gottesdienst zum Gedenken der Toten des letzten Kirchenjahres gehalten. Wie schon gesagt, der November hat nicht ohne Grund den Beinamen Totenmonat oder Nebelmonat. In diesem Jahr trifft der Name Nebelmonat allerdings nicht zu. Der Goldene Oktober hat seinen Namen wohl zu Recht.

Wollen wir hoffen, dass uns dieses schöne Herbstwetter noch weit bis in den November erhalten bleibt. Denn dann fällt alles leichter, die Menschen sind fröhlich, Kinder können die bunten Blätter sammeln, draußen spielen usw. Dann werden wir nicht viel vom Nebelmonat spüren.

Allerdings hat der November auch für viele Menschen noch ein ganz wichtiges Datum: Der 11.11., denn dann beginnt um 11.11 Uhr die Karnevalszeit. Und warum das immer genau an diesem Datum so ist? Darüber werde ich pünktlich zum 11.11. für alle interessierten Leser schreiben.

Eine alte Bauernweisheit sagt:

Sitzt im November noch das Laub, wird der Winter hart, das glaub‘.

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