Der ungeliebte Zeigerdreh

Es ist mal wieder so weit…

In der Nacht von Samstag, 24.10.2015, auf Sonntag ist es mal wieder so weit: um drei Uhr werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Dann ist es plötzlich wieder zwei Uhr und es gilt die „Normalzeit“. Für ein halbes Jahr dürfen die Zeiger unserer Uhren dann unbehelligt ihre Kreise ziehen, bis es am 27. März 2016 wieder heißt: wir machen das Ganze jetzt rückgängig, also alle Uhren eine Stunde nach vorn.

Diese Zeitumstellung wurde in Deutschland im Jahre 1980 eingeführt. Damals war man davon überzeugt, mit der Einführung der Sommerzeit das Tageslicht besser nutzen zu können und dadurch Energie einzusparen. Viele werden sich noch daran erinnern.

Aber schon mit der Einführung der Sommerzeit diskutierte man lebhaft über den Sinn und Unsinn dieser Regelung. Das Bundesumweltamt fand heraus, dass man während der Sommerzeit tatsächlich in den Abendstunden elektrisches Licht einspart. Auf der anderen Seite wird aber besonders in den kalten Monaten der Sommerzeit (März/April und Oktober) morgens mehr geheizt. Unterm Strich steigt dadurch der Energieverbrauch sogar an.

Doch auch die Menschen reagieren auf diese Störung ihres Schlafrhythmus. Gerade Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörungen haben mit der Umstellung ihre Probleme. Sie benötigen mindestens eine Woche, um sich dem verschobenen Zeittakt anzupassen. So gibt es laut verschiedener Studien am Montagmorgen nach der Zeitumstellung von der Normalzeit auf die Sommerzeit mehr Verkehrsunfälle als an einem gewöhnlichen Montagmorgen.

Also genügend Gründe, die Sommerzeit wieder abzuschaffen? Das jedenfalls möchte nach einer Forsa-Umfrage drei Viertel der Bevölkerung. Aber die Entscheidung darüber fällt woanders. Die Bundesregierung hätte, rechtlich gesehen, die Hoheit über die deutschen Uhren. Die beruft sich aber auf Brüssel. Seit 1996 stellen alle EU-Staaten einheitlich ihre Uhren um. Das regelt eine EU-Richtlinie so, um Konfusionen im gesamten Binnenmarkt zu vermeiden.

Es regt sich aber schon Widerstand. Denn inzwischen sind die Schweiz, Finnland, Tschechien und Österreich gegen die Sommerzeit. Vielleicht werden wir es ja noch erleben, dass die Uhren wieder unbeeinflusst ihren Job erledigen dürfen. Aber die europäischen Mühlen mahlen nun mal langsam.

Übrigens: die Umstellung auf die Normalzeit wird schon die dritte Korrektur in diesem Jahr sein. Denn am 30.06.2015 wurde um 23:59:59 Uhr eine Schaltsekunde eingefügt, die etwa alle 18 Monate notwendig ist. Das liegt daran, dass die Erde für eine Umdrehung minimal länger braucht als die 24 Stunden der Atomuhrzeit. So folgte also um 23:59:59 Uhr zunächst 23:59:60 Uhr, bevor es mit 00:00:00 Uhr des Folgetages weiterging.

Und das alles ohne Auswirkungen auf unseren Schlafrhythmus! Wenn’s doch mit allen Zeitumstellungen so wäre…

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