Emsdettener Venn – Eine große Liebe

Das Emsdettener Venn verzaubert auch im Winter mit seiner einzigartigen Schönheit

Unser Venn im Winter

Unser schönes Venn kennt wohl jeder Emsdettener. Woher jedoch all diese schönen Pflanzen, Tiere und Naturschauspiele kommen und wie sie gepflegt werden, wissen sicher nur die Insider. Allerdings ist es längst kein Geheimnis mehr, dass man Ludwig Klasing sicher fast jeden Tag im Emsdettener Venn finden kann. Das hatte sich sogar bis nach Berlin rumgesprochen. So bekam Ludwig Klasing im September eine Einladung vom Bundespräsidenten und seiner Lebensgefährtin zum Sommerfest ins Schloss Bellevue – als Dank für seine unermüdliche Arbeit im Emsdettener Venn.

Nun ein wenig zur Geschichte, wie Ludwig – so darf ich ihn nennen – zu seiner großen Liebe, dem Emsdettener Venn, kam. Als Kind machte er mit seiner Klasse der Wilhelmschule einen Ausflug zum Emsdettener Venn. Dort sah er den ersten Sonnentau und war begeistert von der fleischfressenden Pflanze. Ab da hatte ihn das „Vennfieber“ gepackt.

Heinz Rinsche vom NABU und Ludwig hatten im Winter 2003/04 die Patenschaft für eine Fläche von 7 bis 8 ha im Venn übernommen. Nach ca. 3 Jahren harter Arbeit, „Entkusseln“ von Birken und Faulbäumen usw., war ein großer Teil frei von unerwünschtem Aufwuchs.

Um Menschen näher an die Natur heranzuführen, wurde 2006/07 der große Lehrpfad durch die beiden errichtet. Nach ihren Vorschlägen wurde der Lehrpfad gestaltet und unter der Leitung von Klaus Weischer mit seiner Gruppe von „Lernen fördern“ angelegt.

Es ist ein Erlebnis, übers Moor zu gehen. Ludwig kennt jede Blume, fast jeden Vogel, jede Spinne, ja einfach alles, was im Venn zu sehen ist, mit Namen, und manchmal kann er auch eine Geschichte dazu erzählen.

Ludwig Klasing ist ständig auf der Suche nach neuen Motiven für seine umfangreiche Fotosammlung über das Leben im Venn.

Ludwig Klasing als Fotograf

Und dann hat Ludwig Klasing auch etwas mehr Zeit für seine Familie, für Ehefrau Hildegund, mit der er seit 52 Jahren verheiratet ist. 3 Kinder, 5 Enkel und 1 Urenkel gehören zur Familie. Zuhause wird dann der wunderbare Garten am Goldbergweg gepflegt: künstliche Moore, fleischfressende Pflanzen, Gartenorchideen. Allein dieser schöne Garten wäre schon einen Rundgang über Stunden wert, es gibt viele Pflanzen zu sehen, fast wie in einem botanischen Garten.

Langeweile kommt bei den Klasings nicht auf. Einmal monatlich im Winter treffen sich einige Nachbarn (ca. 20 Personen) im Keller bei Hildegund und Ludwig zum Singen, begleitet von seinem Schifferklavier. Jeder Sänger hat mittlerweile ein von Ludwig zusammengestelltes Liederbuch. Ein Fläschchen Bier oder ein Glas Wein darf natürlich bei diesem gemütlichen Spätnachmittag nicht fehlen.

Wie es sich für einen richtigen Emsdettener gehört, ist Ludwig Mitglied in einem Schützenverein – er fühlt sich den Dorfbauern verbunden. Ebenso liegt ihm der Erhalt des Krankenhauses sehr am Herzen.

Ludwig wünscht sich, dass die Arbeit, die er bis heute geleistet hat, von weiteren Naturfreunden fortgeführt wird und das „Emsdettener Venn“ auch für die Nachkommen erhalten bleibt. Natürlich wäre es sehr schön, wenn sich noch einige fleißige Helfer finden würden für die Nachpflege im Venn.

Sicher werden wir in der nächsten Zeit noch so einiges vom Emsdettener Venn hören und auch sehen. Momentan finden dort Filmaufnahmen für „Paula“, einen Kinofilm über das Leben der Malerin Paula Modersohn-Becker, statt.

In das Moor ohne Wege und Stege zieht es mich mächtig hinein,
in dem pfadlosen Moore wird für mich Frieden sein.

(Hermann Löns)

 


Venn-Präsentation von Ludwig Klasing

 

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