Nicht in meinem Namen!

Vor Kurzem bat uns der „Bürgertreff Füreinander in Rheine”, über unsere Emsdettener Internetplattform für Senioren zu berichten und lud uns zu einem Treffen ins Basilikaforum ein. Dort erwarteten uns sehr aufmerksame Zuhörer. Der Bürgertreff möchte schon bald ein ähnliches Informationsangebot auch für Rheine online stellen.

Gestern erreichte uns eine Mail von „Oma Susi aus Rheine”. Sie hatte sehr interessiert unseren Informationen über senioren-emsdetten.de zugehört und berichtete, quasi als Gegenleistung, über ein beeindruckendes Projekt in Rheine.

Uns allen sind die unseligen Pegida-Demonstrationen in vielen deutschen Städten sicherlich noch frisch in Erinnerung. Die plumpen und menschenverachtenden Forderungen und Parolen dieser Gruppen möchten wir hier nicht wiederholen. Diesen Gefallen wollen wir den Initiatoren und Sympathisanten dieser sogenannten Bewegung nicht tun. Sie werden Ihnen bekannt sein und bei den allermeisten nur Kopfschütteln, Unverständnis und Empörung ausgelöst haben.

Nicht wenige haben sich besorgt die Frage gestellt, was für ein Deutschlandbild derartige Auswüchse denn wohl im Ausland erzeugen. Zum Glück gab es aber auch Gegenbewegungen, die ganz klar zum Ausdruck brachten: es gibt auch andere Meinungen und Wertvorstellungen in Deutschland. „Nicht in meinem Namen” war und ist das entscheidende und verbindende Statement dieser Menschen, das sich klar von den Pegida-Parolen distanziert.

Eine ähnliche Gegenbewegung gibt es auch in Großbritannien, nur richtet sie sich dort gegen die IS-Barbaren. Junge Muslime starteten eine Kampagne gegen den IS-Terror mit den Worten „Not In My Name”. Sie rufen dazu auf, gegen den IS zusammenzuhalten, denn sonst zerstöre diese Gruppe den gesamten Islam.

Viele sehr persönliche Statements wie dieses finden Sie auf der Seite der Aktion.Doch nun zurück zu „Oma Susi aus Rheine”. Sie machte uns auf ein Projekt in ihrer Heimatstadt aufmerksam, das seit Ende Februar 2015 läuft. Der Fotograf Mijo M. Jongebloed präsentiert dort Menschen mit ihren ganz persönlichen Statements zu Frieden, Toleranz und Menschlichkeit. „Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen“ oder „Vielfalt macht das Leben reicher” sind nur einige der kraftvollen Friedensbotschaften.

Auf der eigens für diese Aktion eingerichteten Internetseite  www.nichtinmeinemnamenrheine.de  finden Sie als beeindruckende Collage alle vom Fotografen erstellten Porträts der unterschiedlichsten Menschen mit ihren Statements. Diese sind handgeschrieben und drücken so aus, dass keine vorgegebenen Parolen wiederholt werden, sondern ganz private Forderungen, Wünsche und Sehnsüchte im Vordergrund stehen. Dafür wollen sich diese Personen engagieren und dazu stehen sie – auch mit ihrem Namen, der meistens mit dem Foto zu sehen ist.

Jongebloed ist sich sicher, dass seine Aktion keinen Krieg verhindern wird. Aber es geht ihm ganz besonders auch um Menschlichkeit, Respekt und Toleranz im Umgang mit unseren Nächsten – gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion.

„Oma Susi aus Rheine” ist davon überzeugt, dass die Aktion über die virtuelle Welt, also das Internet, hinaus wirken wird – und in Rheine schon erste Früchte trägt. In kleinen Initiativen, die zum Beispiel den Obdachlosen Unterstützung anbieten, setzen sich bereits engagierte Menschen für ihre Mitmenschen ein. Ein kleiner Schritt zwar, aber einer, der Mut macht und weitere Aktionen auslösen wird.

Ähnliche Aktionen gibt es schon in einigen anderen deutschen Städten. In Stralsund hat der Verein „Rock gegen Rechts Stralsund e.V.” eine ähnliche Fotoaktion gestartet. Wir wissen, dass auch die Emsdettener weltoffen, kritisch und kämpferisch sind. Das haben die Demonstrationen zum Erhalt des Emsdettener Marienhospitals bewiesen. Aber auch die vorweihnachtliche Aktion „Emsdettener Wunschbaum” hat gezeigt, wie mitfühlend und hilfsbereit die Menschen in unserer Stadt sind.

Wäre es nicht wunderbar, wenn auch in Emsdetten eine Gruppe engagierter Menschen ein genauso klares und leidenschaftliches Bekenntnis zu Menschlichkeit, Respekt und Toleranz in unserer Gesellschaft ins Leben rufen würde?

Wir meinen, es würde großartig zu unserer Stadt passen.

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