Insel Föhr, friesische Karibik – 2. Teil

Hans Rosenthal hielt sich gern auf Föhr auf.

Als die Friesen im 7. Jahrhundert das heutige Nordfriesland besiedelten, ließen sie sich vor allem in Wyk nieder. Die wenig bevölkerte Insel erlebte einen schnellen Bevölkerungszuwachs. Die höher gelegenen Geestkerne lockten immer mehr Menschen an, als zu Beginn der Jungsteinzeit der Wasserspiegel der Nordsee stieg.

Mit dem Walfang brach im 17. und 18. Jahrhundert für Föhr das „goldene“ Zeitalter an. Die holländischen und englischen Grönlandfahrer nahmen meistens einen Inselfriesen mit an Bord. Es entstanden auf Föhr Seefahrerschulen, in denen Pastoren für geringe Gebühren im Winter Unterricht gaben.

Ende des 18. Jahrhunderts lebten ca. 1000 Seefahrer auf der Insel. Ab 1842, als der dänische König Christian auf Föhr seinen Sommer verbrachte, wurde Föhr zum anerkannten und modernen Seebad.

 

Nieblum ist einen Besuch wert

11 Dörfer gibt es auf Föhr, der wohl schönste Ort ist Nieblum. Weißblaue und rote Kapitänshäuser, schönste Rosenpracht in Gärten, viele kleine Geschäfte, kulinarische Angebote, all das entdecken sie hier. Nieblum ist auch ein anerkanntes Seebad, allerdings sind die Preise auch etwas höher als in den anderen Orten.

Weiter geht es nach Utersum, einem kleinen Friesendorf mit urgemütlichen Reetdachhäusern. Utersum ist ein Paradies. Der bekannte Entertainer Hans Rosenthal hat hier seine Ferien verbracht, das Haus ist heute noch im Familienbesitz. Einen sehr schönen Ausblick hat man vom Deich nach Amrum und Sylt.

In dieser Gegend soll es früher auch Gnome oder Trolle gegeben haben. Wurden sie gestört, rächten sie sich an den Menschen, zerstörten Gegenstände auf den Anwesen, all dieses geschah in der Nacht. Steine mit den Figuren der Gnome gibt es noch zur Erinnerung an drei Stellen der Insel zu sehen.

 

„Sprechende Grabsteine“ erzählen ganze Familiengeschichten

Auf keinen Fall sollte man einen Ausflug zur St. Johannis-Kirche versäumen. Sie ist das größte Gotteshaus in Schleswig-Holstein, entstand im 12. Jh. und wird auch der „Friesendom“ genannt. Auf dem Friedhof von St. Johannis findet man auch die „sprechenden“ Grabsteine mit spannenden Geschichten früherer Walfänger und Kapitäne.

Die größte Grabplatte gehört dem guten Mattias, der 373 Wale gefangen hatte. Ihm zu Ehren hat die Kirche seinerzeit nach seinem Tod eine Grabplatte erstellt, und im Altarraum wurde der gute Mattias bestattet. Jedoch wollte die Kirche von den Nachkommen hierfür eine größere Spende sehen. Allerdings weigerte die Familie sich zu zahlen, und so wurde die Grabplatte im Altarraum entfernt und auf dem Friedhof aufgestellt. Denn wer nicht zahlt, der fliegt raus…

Vieles gäbe es noch über die Insel zu erzählen, jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte. Entdecken Sie die Insel, vergessen Sie alles rundherum – nur nicht Ihren Fotoapparat.

Ich wünsche dir, dass sich im bewegten Strom des Lebens immer wieder INSELN der Ruhe vor dir auftun, in denen du dich auf dich selbst besinnen und deinen verborgenen Träumen nachspüren kannst.

(Christa Spilling-Nöker)

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