Insel Föhr, friesische Karibik – 1. Teil

Mit der Kutsche über die Hallig

In diesem Jahr hatten wir uns für einen Kurzurlaub auf der Insel Föhr entschieden. Föhr ist die zweitgrößte Nordseeinsel Deutschlands und auch die traditionelle Heimat der Friesen. 82 qkm Gesamtfläche hat die Insel.

In Dagebüll ließen wir das Festland hinter uns und erreichten nach 45 Minuten mit der Fähre die Insel Föhr. Man glaubt, in einer anderen Welt zu sein. Die friesische Gemütlichkeit, die Herzlichkeit der Insulaner – davon gibt es 8.600 – alles ist anders als bei uns.

An unserer Wohnung angekommen, wurden wir ganz herzlich von unserer Vermieterin Bente begrüßt. Gleich zeigte sie uns unsere Bleibe, auf die sie wirklich stolz sein kann. Einfach herrlich, 30 m zum Strand und immer den Blick auf die Nordsee.

Ohne lange zu schauen, machten wir gleich einen Erkundungsgang durch Wyk. Seit 1819 ist Wyk das erste Seebad an der Nordseeküste, heute leben rd. 4.400 Einwohner in Wyk und Boldixum, einem kleinen romantischen Stadtteil, etwas auswärts gelegen. Urige Friesenhäuser, gemütliche Restaurants und Cafes, verwinkelte Gassen mit netten Geschäften, das Friesenmuseum, die stattliche Nikolai Kirche und eine große Parkanlage mit Störchen, die sich hier angesiedelt haben.

Wyk hat einfach alles, jedoch an unserem ersten Tag konnten wir nicht alles erkunden, aber wir hatten ja noch Zeit. Tage später machten wir dann Halt an der sehr schönen Promenade. Es ist einfach toll, in einem Cafe oder Bistro mit Blick auf die Nordsee der Kurhaus-Musik zuzuhören, die Ruhe zu genießen. Auch kann man von der Promenade aus einen Blick nicht nur auf die Nordsee und das Wattenmeer, sondern auch auf die Halligen werfen.

Jugendwarft auf Hooge

10 Halligen und 5 nordfriesische Inseln gibt es in der Nordsee. Schon immer wollte ich eine Hallig besuchen, und jetzt meldeten wir uns zu einer Fahrt zur Hallig Hooge an. Wir hatten Glück mit dem Wetter, mit dem Schiff „Hauke Haien“ brachte uns Kapitän Dietrichsen nach gut zwei Stunden nach Hallig Hooge. Unterwegs warf der Kapitän noch die Netze aus und wir durften den Fang bewundern.

Auf der Hallig wurden wir von Damen des VV begrüßt, zahlen durften wir jeder 1 Halligtaler. Dieses Geld wird für den Erhalt der Kirche, der Straßen usw. verwendet. Man merkt es sofort: viel Landschaft, wenig Menschen. Hallig Hooge hat 107 Einwohner, 1 Pastor, 1 Lehrer, 1 Krankenpfleger und 1 Grund- und Hauptschule, z.Zt. besucht von 4 Schülern.

Schon am Anleger konnten wir zwischen einer Kutschfahrt, einer Radtour oder, ob wir zu Fuß die Hallig erkunden wollten, wählen. Da bei der Kutschfahrt alles erklärt wurde, haben wir uns für diese entschieden.

Unser Kutscher erzählte uns von der Entstehungsgeschichte der Warften nach den verheerenden Sturmfluten zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert. Um sich und ihre Tiere zu schützen, bauten die Bewohner ihre Häuser auf aufgeschütteten Erdhügeln, den Warften. Die wunderschöne Kirchwarft, der Königspesel, ein Kapitänshaus aus dem 17. Jahrhundert, das Halligmuseum, das Sturmflutkino und zum Schluss die Backenswarft. All das mitten im Naturerbe Wattenmeer zu erleben, das ist einfach „Meer erleben”.

Hunderte Robben trocknen sich in der Sonne

Sehr viel Vieh weidet auf den Salzwiesen der Halligen. Es wird im Herbst wieder zurück auf’s Festland gebracht. Im Winter gehört die Hallig den Einheimischen. Aufzeichnungen über die Pegelstände bei Hochwasser gibt es an einem Pfahl vor dem Friedhof an der Kirchwarft.

Auf der Rückfahrt führte uns unser Ausflug mit dem Schiff noch ganz nah an Seehundsbänken vorbei, und ein wunderschöner Tag ging zu Ende. Gerne erzähle ich im 2. Teil weiter über Föhr – die friesische Karibik.

Der Dichter Hans-Christian Andersen sagte über den Strand von Wyk:

„Ich habe jeden Tag gebadet, und ich muss sagen, es ist das unvergesslichste Wasser, in dem ich je gewesen bin.“

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