Deutsche Rentner im Ausland

Hand auf’s Herz: Haben Sie nicht auch schon mit dem Gedanken gespielt, nach Ihrem Berufsleben Ihren nächsten Lebensabschnitt im Ausland zu verbringen? Die hart erarbeitete Rente kann ja auch im warmen Süden kassiert und dort ausgegeben werden.

Eine verlockende Aussicht und in der heutigen Zeit leicht in die Tat umzusetzen, sollte man meinen. Doch bevor man zur Tat schreitet, sollte man über einige wichtige Aspekte nachdenken. Und man sollte sich auf jeden Fall ausführlich und kompetent beraten lassen.

Wir haben für Sie ein paar Fakten zusammengetragen, über die man sich schon zu Beginn seiner Planungen im Klaren sein sollte.

Grundsätzlich kann die Rente in jedes Land der Erde überwiesen werden. Die Kosten der Überweisung auf sein neues Auslandskonto muss der Rentner dann allerdings selbst tragen. In einigen Fällen kann die Rentenzahlung auch geringer sein als in Deutschland. Das kann beispielsweise dann eintreten, wenn Rentenansprüche im Ausland erworben wurden. Das ist manchmal sehr kompliziert. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man rechtzeitig vorher seine Rentenansprüche klären.

Haben Sie eine staatlich geförderte private Altersversorgung? Solange Sie Ihren neuen Wohnsitz ins europäische Ausland verlegen möchten, haben Sie keine finanziellen Einbußen zu befürchten. Sollten Sie allerdings mit dem nicht europäischen Ausland liebäugeln, kalkulieren Sie bitte ein, dass Sie die erhaltene staatliche Förderung, etwa für die Riester-Rente, vollständig zurückzahlen müssen.

Seit 2005 müssen die deutschen Renten schrittweise versteuert werden, und zwar im Inland und im Ausland. Die sogenannten Auslandsrentner sind dabei „beschränkt steuerpflichtig“. Was sich wie eine Bevorzugung anhört, hat allerdings gravierende Nachteile zur Folge. Denn den Auslandsrentnern steht kein Steuerfreibetrag von 8.354 Euro zu, wie er in Deutschland anerkannt wird. Und auch das Ehegattensplitting entfällt. Das bedeutet: jede Rente wird vom ersten Euro an besteuert.

Mit einigen Ländern wurden Abkommen geschlossen, dass die Rente dort versteuert werden kann. Es ist dringend zu raten, zuverlässige Auskünfte darüber einzuholen, welche Länder das sind und wie die Rentenbesteuerung dort geregelt ist.

Betrachten wir zum Schluss die Krankenversicherung. Rentner, die innerhalb Europas, des Europäischen Wirtschaftsraumes und einiger Staaten, mit denen besondere Abkommen bestehen, dauerhaft leben, können in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Voraussetzung ist dabei, dass sie nur Rente aus Deutschland erhalten.

Wichtig zu wissen ist aber, dass man dann diejenigen Sachleistungen bekommt, die auch einem Versicherten des jeweiligen Wohnstaates zustehen würden. Die können allerdings erheblich vom deutschen Standard abweichen. So ist zum Beispiel in Spanien Zahnersatz nicht inbegriffen, und in Frankreich werden Arzt- und Krankenhauskosten nur anteilig übernommen. Auch für Sachleistungen aus der Pflegeversicherung gelten im Ausland andere Regeln.

All diese Beispiele machen deutlich, dass Sie vor allem eines tun sollten, wenn Sie „Auslandsrentner“ werden möchten: erkundigen Sie sich rechtzeitig, welche Regelungen für Auslandsrentner im Allgemeinen und im neuen Wohnstaat im Besonderen gelten. Wägen Sie alle Vor- und Nachteile genau ab und lassen Sie sich nicht von Palmen und Sonnenschein blenden.

Auf gar keinen Fall sollte man den Kontakt in die alte Heimat ganz abreißen lassen. Und man sollte sich auch erkundigen, wie steinig der Weg zurück nach Deutschland und in seine Sozialsysteme werden könnte. Denn man weiß ja nie …

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