Demenz anders sehen

Die Herausforderungen, die die Demenz-Erkrankung für unsere Gesellschaft mit sich bringt, werden immer gravierender. Nach den Depressionen ist Demenz mittlerweile die zweithäufigste psychische Erkrankung, die Menschen im Alter trifft.

Mit diesem Krankheitsbild müssen heute in Deutschland 1,3 Millionen Menschen leben, und bis 2025 wird sich ihre Anzahl wahrscheinlich verdoppelt haben. Für die Erkrankten bedeutet die Demenzkrankheit eine fortschreitende chronische Verwirrtheit, einen immer stärkeren Verlust an Selbstbestimmtheit, weil für immer mehr alltägliche Verrichtungen fremde Hilfe notwendig ist, und einen sich zusehends beschleunigenden körperlichen Abbau.

Aber nicht nur die Erkrankten leiden. Auch die pflegenden Angehörigen sind einer Belastung ausgesetzt, die ihnen im Verlaufe der Erkrankung immer mehr zusetzt. Es fällt immer schwerer, den Alltag mit den Erkrankten zu gestalten. Wie kann man es schaffen, dem dementen Angehörigen möglichst lange seine Selbständigkeit zu belassen? Wie geht man am besten mit Konfliktsituationen um, die sich auf Dauer nicht vermeiden lassen? Und wie gelingt es, den menschlichen Zugang zu den Erkrankten aufrecht zu erhalten, wenn die Symptome immer belastender werden?

Viele Angehörige, die Demenzerkrankte liebevoll pflegen, stehen selbst kurz vor dem Zusammenbruch. Sie benötigen ganz dringend Hilfe, aufmunternden Zuspruch und eine zielgerichtete Schulung. Besonders schlecht bestellt ist es dabei um pflegende Angehörige auf dem Lande, denn hier fehlt es oft an Beratungsstellen vor Ort. Und nicht selten haben sie einfach nicht die Zeit, Beratungsangebote überhaupt in Anspruch zu nehmen.

Videochat im virtuellen Gesprächsraum

Die Internetschulung „Demenz anders sehen“ (Demas) bietet hier eine ganz besondere Hilfe an. Mit den Möglichkeiten des Internet soll den pflegenden Angehörigen geholfen werden, den oft schwierigen Pflegealltag zu bewältigen. Das geschieht in Form eines Videochats, also einer Art Online-Gesprächsrunde. Besondere Computerkenntnisse sind nicht notwendig, und das unverzichtbare Zubehör (Webcam und Headset) gibt es bei Bedarf kostenlos.

Das Konzept hat sich bereits bewährt. Man wählt sich zu einem feststehenden Termin auf eine Webseite ein und trifft dort in einem virtuellen Gesprächsraum die anderen Pflegenden einer festen Gruppe, der bis zu sieben Personen angehören können. Moderiert werden die Treffen von besonders ausgebildeten psychologischen Fachkräften.

Im Videochat helfen sich die Teilnehmer gegenseitig mit ihren Erfahrungen. Außerdem erhalten sie von den Moderatoren sehr viel Wissen rund um die Demenzerkrankung. Die Schulung und Beratung umfasst zehn Gruppensitzungen und ist kostenlos. Viele Schulungsteilnehmer sind auch nach dem Programm untereinander in Kontakt geblieben, und es haben sich sogar Freundschaften gebildet.

Alle notwendigen Informationen gibt es   h i e r .

Das Projekt „Demenz anders sehen” (Demas) ist eine Kooperation der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Delphi Gesellschaft (Berlin), die die wissenschaftliche Begleitung übernommen hat. Es wird vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) gefördert.

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