Allerheiligen in der Trauerwald Oase

Nach den andauernden Diskussionen über die Errichtung eines Trauerwaldes in Emsdetten haben wir an Allerheiligen die Trauerwald Oase in Warendorf besucht. Wir waren gespannt, was uns erwartet.

Vom Auto auf dem Parkplatz losgelaufen, kamen wir nach ca. 200 m zum sogenannten Andachtsplatz. Hier wurde von einem Gärtner ein Gedenktisch (auf diesem steht bei einer Beisetzung die Urne mit Kerzen, Blumen und was sonst noch von den Hinterbliebenen gewünscht wird) hergerichtet. Ein Mitarbeiter der Fa.Huerkamp war mit einem Laubsauger dabei, den Platz zu säubern. Genau dieser Herr hat uns dann auch gerne alles Wissenwerte zum Trauerwald erklärt und gezeigt.

In jedem Jahr an Allerheiligen findet eine Trauerfeier für die Verstorbenen statt, die im vorangegangenen Jahr im Trauerwald beigesetzt wurden. Ein Posaunenchor sorgt für eine angemessene musikalische Untermalung. Eine große Tafel auf einem geschmückten Gedenktisch führt die Namen derer auf, die seit November des Vorjahres hier ihre letzte Ruhe fanden.

Auf diesem schön in einer Lichtung gelegenen Andachtsplatz findet dann auch bei einer Beisetzung die Trauerrede statt. Diese kann von einem Geistlichen aus der eigenen Kirchengemeinde oder einem geschulten Trauerredner gehalten werden. Auf Wunsch kann die Verabschiedung auch in einer nahe gelegenen Kapelle stattfinden.

Bei unserem Rundgang wurden uns die verschiedenen Bestattungsbäume erklärt. Bei der Beisetzung am Baum wird die Urne mit der Asche des Verstorbenen am Fuße eines Baumes vergraben. Schon zu Lebzeiten kann sich jeder, der sich der Natur besonders nahe fühlt, „seinen“ Baum aussuchen. Auf Wunsch kann nach der Beisetzung als Erinnerungszeichen eine schlichte Namenstafel am Stamm des Baumes angebracht werden. Einige Besucher brachten gestern Blumen und Gestecke zur Ruhestätte ihrer verstorbenen Angehörigen.

Unterhalten haben wir uns mit einem älteren Herrn aus Duisburg, der jeden Monat seine verstorbene Frau besucht. Außerdem sprachen wir mit einer Dame aus Köln, die ihren Lebensgefährten in Warendorf beerdigt hat. All diese Besucher gaben als Grund für diese Bestattungsform die Verbundenheit zur Natur, die Stille und die Harmonie des Ortes an. Auch die Möglichkeit, die Traueroase jederzeit besuchen zu können, war ihnen sehr wichtig.

Auch in Warendorf gab es bei der Planung des Trauerwaldes Gegenstimmen, z.B.vom Bischof aus Münster. Nachdem er jedoch festgestellt hatte, dass ihm nur einige „Schäfchen“ abhanden gekommen waren, wurde auch diese Bestattungsform von der Kirche akzeptiert.

Wir persönlich waren sehr überrascht von der schönen Atmosphäre. Allen Zweiflern würden wir daher einfach raten: Fahren Sie nach Warendorf und schauen Sie sich diese Ruhestätte mal aus der Nähe an. Vielleicht kommen auch Sie dann zu neuen Eindrücken?!

Unsere Eindrücke jedenfalls haben wir in einer kleinen Fotostrecke für Sie festgehalten.

 


Unsere Beiträge zum Thema „Trauerwald“:

Diskussionsforum: Kein Trauerwald in Emsdetten?
Gedanken zum Trauerwald
Kommentar des Seniorenbeirates
Allerheiligen in der Trauerwald Oase (Dieser Artikel)


 

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