Zwischen Lust und Last alt werden (Teil 2)

Zu den „Highlights“ des Alters gehören z.B. Enkelkinder. Vor allen Dingen, wenn man sie hat bzw. auch noch haben darf.

Man kann da sein, wenn die Eltern das möchten, leicht „altmodische“ Erziehungsmethoden haben noch keinen verbogen. Unterstützen statt einmischen wäre das Credo. Dafür hat man einiges, was Eltern nicht immer haben: Zeit, Geduld und ein offenes Ohr.

Großväter können die Eisenbahn reparieren, Oma kann gut Kuchen backen, und gemeinsam finden Gesellschaftsspiele oder Spaziergänge statt. Enkelkinder lassen sich gern etwas beibringen, aber man kann auch von ihnen lernen. Dazu gehören PC-Anwendungen, Handys oder Tablets oder sonstige neue technische Hilfsmittel. Man ist für alles offen.

Wird die Unterstützung von der Familie nicht genutzt, wenden sich immer mehr Senioren dem Ehrenamt zu. Sei es in Vereinen und Kirchengemeinden, seien es Besuche in Pflegeheimen und, und, und – es gibt so viele Möglichkeiten, anderen Menschen zu helfen. Überall sind „Ehrenamtler“ gern gesehen.

Heutzutage sind Rentner finanziell noch ganz passabel ausgestattet, das macht sie interessant für alle: Enkelkinder, Einzelhandel, Touristikbranche usw. Ein Traum vieler, die früher einmal auf dem Campingplatz Urlaub machten, ist es, jederzeit mit dem Wohnmobil auf Reisen zu gehen. Solange man gut zurecht ist, ist alles möglich. Urlaub, Cafébesuche, schön essen gehen, man muss ja auf niemanden Rücksicht nehmen.

Das Ende dieser Möglichkeiten ist jedoch schon in Sicht. Die „7” als erste Ziffer des Lebensalters lässt viele erschrecken. Das Auto könnte ja noch einmal ausgetauscht werden, Sitzheizung, Einparkhilfe – lauter Annehmlichkeiten, die das Fahren angenehmer machen.

Doch es kommt auch der Moment, wo sich das Rollenverhältnis in der Familie zu drehen beginnt. Ist das Verhältnis gut und hat man den Kindern das notwendige Fingerspitzengefühl bei der Unterstützung der Eltern vermittelt, dann hat man nichts verkehrt gemacht.

Waren früher die Eltern den Kindern beim Start ins Leben behilflich, müssen sie nun lernen, die Hilfe der Kinder in Anspruch zu nehmen. Wir wollen glücklich sein, wenn wir alles richtig gemacht haben. Nutzen wir also jeden Tag, um weiterhin glücklich und zufrieden zu sein.

Über einen Spruch von Ernst Ferstl sollte man nachdenken:
Wir brauchen viele Jahre bis wir verstehen, wie kostbar Augenblicke sein
können.

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