Zwischen Lust und Last alt werden

Gesundheit und ein langes Leben, das wünscht sich wohl ein jeder von uns. Den biologischen Alterungsprozess kann man nicht aufhalten.

Wenn die Haut sich endgültig zum Plisseerock faltet, aber die blondierten oder geschwärzten Locken immer noch über die Schultern fallen, dann ist vorne Museum und hinten Lyzeum nicht mehr ganz authentisch.

Das Altern kommt nicht über Nacht, zwischen 30 und 40 geht es los, die ersten grauen Haare kommen, die ersten Zähne werden weich und marode, es gibt Implantate, Brille oder Kontaktlinsen, um die Augen zu schärfen. Bier, Wein sowie Chips und Schokolade formen unerbittlich am Körperprofil.

Mit der Zeit werden die Matratzen bequemer, die Autos komfortabler – man gönnt sich ja sonst nichts. Wenn nicht jetzt, wann dann? Irgendwann kommt der Zeitpunkt wo man einsieht, dass auch Maler und Bodenleger leben müssen. Beim x-ten Umzug der Kinder schreit man auch nicht mehr „hier“. Nicht nur arbeitsmäßig ist der Ruhestand näher gerückt, das Bedürfnis nach mehr Ruhe in jeder Hinsicht lässt grüßen.

Es ändert sich vieles. In der Zeitung werden Unfallberichte, Todesanzeigen, Rentenberichte und Gesundheitstipps gelesen. Diesen Sachen wendet man mehr Beachtung zu. Positive Ergebnisse einer Vorsorgeuntersuchung oder Mammographie lösen mehr Erleichterung aus als sonst.

Die Tage werden wertvoller, weil man spürt: wir haben nicht mehr alle Zeit der Welt. War man früher bei der Urlaubsbuchung voller Vorfreude, kommen heute bei der freudigen Erwartung Ängste, dass hoffentlich nichts passiert.

„Das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind“, pflegen viele Leute zu sagen. Es wäre aber sehr schade, denn dann hätte man ja ein halbes Leben nicht gelebt. Glück und Sorgen der Kinder werden auch nach dem Auszug weiter mitempfunden. Man kann im Leben nichts streichen, es hat geprägt, geformt und Spuren hinterlassen.

Vieles ist gelungen, fröhliche und unbeschwerte Tage waren dabei. Einiges hat uns grau und traurig gemacht, manchmal an die eigenen Fähigkeiten und an Gott und die Welt zu glauben. Aber je älter man wird, umso mehr zehrt man von den Lichtblicken …

… und von diesen Highlights werde ich im 2. Teil von „Zwischen Lust und Last alt werden“ schreiben.

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