Gleichheitsgrundsatz bei der Rentenanpassung

Die Landesseniorenvertretung NRW ist der Auffassung, die Politik müsse bei der Rentenanpassung nacharbeiten. Sie meint:

Deutschlands Rentenlandschaft bleibt zweigeteilt. Im Westen gibt es ab dem 1. Juli 0,25 Prozent, im Osten 3,29 Prozent Rentenerhöhung. Nach Auffassung der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) bleibt der Grundsatz der Gleichbehandlung damit weiter gestört.

Inzwischen sind ja die Lebenshaltungs-, Strom- und Heizkosten in allen Bundesländern nahezu gleich. Warum also noch immer dieser enorme Unterschied in der Rentenberechnung?

So bekommen in diesem Jahr nach den aktuellen gesetzlichen Renten-Anpassungen Rentnerinnen in den Ostländern im Schnitt 738,17 Euro, im Westen dagegen nur 511,68 Euro – eine Differenz von sage und schreibe 226,49 Euro.

Bei den männlichen Rentenbeziehern sieht es zwar nicht ganz so krass aus, allerdings macht das bei einem Rentnerehepaar im Westen dann im Schnitt rund 250 Euro weniger gegenüber dem Osten aus. Diese Ungleichbehandlung muss nach Auffassung des stellv. Landesvorsitzenden Jürgen Jentsch schnellstens aufgehoben werden: „Hier ist die Politik gefordert, noch im Wahljahr endlich für klare Verhältnisse zu sorgen.“

„Das gleiche politische Trauerspiel ergibt sich bei der Berechnung der Frauenrenten“, so Jentsch, denn auch bei den Kindererziehungszeiten teilen sich die Welten: Während Frauen für diese Leistung ab dem Jahr 1992 drei Punkte mehr für ihre Altersversorgung angerechnet bekommen, erhalten Frauen für die Kindererziehung vor 1992 lediglich einen Punkt. „Weil man über solche gesellschaftspolitischen Fehlentscheidungen nur den Kopf schütteln kann, wäre es schön, wenn das Bundesverfassungsgericht auch hier den Gleichheitsgrundsatz einfordern würde“, meint das LSV-Vorstandsmitglied.

Die Landesseniorenvertretung legt ihren Mitgliedern – den kommunalen Seniorenvertretungen – dieses Thema jetzt kurz vor der Wahl besonders ans Herz: „Das bietet sich für Gespräche mit den örtlichen Bundestagskandidaten geradezu an.“

7 Besucher empfehlen diesen Beitrag (zum Voten bitte klicken)

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*