Marienhof – ein schöner Nachmittag

Wenn ich nachmittags in den Marienhof komme, weiß ich schon, dass die Begrüßung freudig ausfällt. Schön, dass du da bist, klasse usw. Wo wird man sonst schon zu „Arbeitsbeginn“ so freundlich begrüßt?

Gehe ich dann in den Tagesraum, kommen mir viele lachende Augen entgegen. Es kommt zwar vor, dass mich jemand fragt, den ich schon seit drei Wochen kenne: „Haben wir uns schon mal gesehen? Kennen wir uns?“ Aber trotzdem ist die Freude da, wenn man zusammen Kaffee trinkt, sich unterhält oder Musik dabei hört. Vor einiger Zeit wurde ich sogar von einem Gast zum Tanzen aufgefordert. Ein anderer Gast empfängt mich mit den Worten: „Ach, da kommt ja mein Schätzchen“.

Nach dem Kaffee wird gespielt, gesungen, Sprichwörter geraten, einfach das gemacht, was die Gäste gerne möchten. Alle zwei Wochen kommt Sr. Lucy und feiert mit uns einen Gottesdienst. Dieser ist gerade für ältere Gäste wichtig, da sie oft nicht mehr die Möglichkeit haben, zur Kirche zu gehen. Daher kommen auch oft Besucher aus der oberen Etage dazu. Die Zeit, die ich an diesem Nachmittag habe, die Ruhe, mich mit den Gästen zu unterhalten, hat das Pflegepersonal in dem Maße nicht.

Es ist einfach ein gutes Gefühl, jede Woche ein paar Stunden Zeit, die so dankbar angenommen wird, zu verbringen.

Ein altes Sprichwort sagt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Denken Sie mal nach, ob Sie nicht auch mal ein bisschen Zeit haben – es lohnt sich. Dankbare und lächelnde Gesichter wünschen Ihnen alles Gute, ich freue mich auf die nächste Woche.

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